Mittelalter

Erstarkende Städte

Geben wir es ruhig zu, das Mittelalter ist keine geruhsame Zeit. Zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert reiht sich eine Auseinandersetzung an die andere, ein Erbfolgekrieg folgt auf den anderen. Mehrere Adelige beanspruchen das bretonische Herzogtum für sich. Manchmal scheint der Lärm der Waffen in den befestigten Städten und von den soliden Stadtmauern, die schon viel überstanden haben, heute noch widerzuhallen. Hinter den Mauern florierten in...

Geben wir es ruhig zu, das Mittelalter ist keine geruhsame Zeit. Zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert reiht sich eine Auseinandersetzung an die andere, ein Erbfolgekrieg folgt auf den anderen. Mehrere Adelige beanspruchen das bretonische Herzogtum für sich. Manchmal scheint der Lärm der Waffen in den befestigten Städten und von den soliden Stadtmauern, die schon viel überstanden haben, heute noch widerzuhallen. Hinter den Mauern florierten in Fachwerkhäusern eingerichtete Läden.

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Die Konflikte zwischen den Herzögen, ein echter Fortsetzungsroman

Die Bretagne weckt die Begierde der Könige Frankreichs und Englands. Sie streiten mithilfe ihrer Vasallen und bei Bündnisspielen. Mit der Vermählung der englischstämmigen Alix mit dem Franzosen Pierre de Dreux durch Philippe Auguste gelangt endlich ein Herzog an die Macht. Pierre I. herrscht, indem er sich wechselweise mit dem französischen oder dem englischen Herrscher und den Adeligen vor Ort verbündet. Im 14. Jh. geraten im Rahmen des Hundertjährigen Kriegs Charles de Blois und Jean de Montfort in eine Auseinandersetzung über die Erbfolge. Nach über 20 Jahren Streit steht schließlich Jean de Montfort an der Spitze des Herzogtums. Sein Sohn folgt ihm nach und leitet einen enormen Aufschwung ein.

Festungen über dem Wasser

In diesen kriegerischen Zeiten sprießen die Festungen aus dem Boden. Sie entstehen an der Grenze zum Osten, wie in Vitré, oder mit Blick auf das Meer. An der Küste haben die Festungen mit ihrem Wohnturm von besonders exponierten Standorten aus stets den Horizont im Blick. In Suscinio kann man vom Wehrgang der Lieblingsresidenz der Herzöge der Bretagne aus den Strand bewundern. In Cap Fréhel überragen die Zugbrücken die Steilküsten. Die Festungsstadt Concarneau ist eine belebte, kleine Feudalinsel im Herzen des Hafens.

Fachwerkhäuser treten auf den Plan!

Im Schutz der Stadtmauern organisiert sich das Leben. Die Städte beherbergen Bogenschützen und Ritter, darunter den berühmten Duguesclin. Fachwerkhäuser werden gebaut. In der Rue Kereon oder der Rue Salle in Quimper dienen sie Bruderschaften als Versammlungsräume. Geht man durch die Rue du Jerzual in Dinan, kann man entlang der Häuser mit ihren Vorbauten eine Zeitreise machen. Dieser Eindruck verstärkt sich noch beim Stadtmauerfest! In Vannes ist es das Mittelalterfest, das den Erkerfassaden wieder Leben einhaucht.

Hätten Sie's gewusst?

Wer war Saint Yves?

Saint Yves ist zusammen mit Sainte Anne der populärste Heilige der Bretagne. Im 13. Jahrhundert sprach der Anwalt Yves Hélori am Gericht von Rennes Recht zugunsten der Armen. Ein wahrer Kult entspinnt sich um diesen zum Schutzpatron der Bretonen und Anwälte gewordenen Weltverbesserer.