Wenn Bréhat mit einer Jahreszeit zu vergleichen wäre, dann mit dem Frühling. In dem extrem milden Klima haben viele, von Seefahrern mitgebrachte exotische Pflanzen hier wachsen und gedeihen können. Hortensien blühen in prächtigen Farben neben Lorbeer-, Mimosen- und Eukalyptusbäumen. Die “Blumeninsel” macht ihrem Namen Ehre, zumindest auf ihrer Südseite.
Bréhat ist eine ganze Gruppe von Inseln: im Süden findet man freundliche Gärtchen und ein Dorf aus Steinhäusern, das den ankommenden Besucher willkommen heisst. Wer den kleinen Berg (26 Meter Höhe) besteigt, wird mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. Die Gezeiten-Mühle von Birlot wird als eine der schönsten der Region angesehen.
Die Nord-Insel, von ihrem südlichen falschen Zwilling durch eine schmale Landenge getrennt, verwundert durch ihre strenge Nüchternheit. Ihre vom Wind gepeitschte Landschaft ist trocken, und Heide, Ginster und Stechginster ersetzen die Palmen und sonstige üppige Pflanzen. Trotzdem strahlt sie einen wilden Charme aus. An der Pointe du Paon sind die orangefarbenen Felsen eine wahre Pracht, und auf Seiten der Schlucht des Leuchtturms sogar geradezu beeindruckend.
Mit nur etwa 1,5km in der Breite verliert man nirgends auf der Insel den Blick auf das Meer und auf die umliegenden Inselchen: Béniguet, Raguenez, Logodec, Lavrec,... Nur wenige Minuten trennen das Archipel von der Spitze von Arcouest und von dem Festland. Und trotzdem hat man ein Gefühl von absoluter Fremdheit.
Wahrscheinlich macht die Abwesenheit von Autos viel aus. So gucken die Insel-Kühe nur Treckern hinterher, und scheinen sich auch nicht über ihre originellen Fressnäpfe zu beschweren, die aus ehemaligen Beibooten bestehen.
Bréhat ist mit keiner der anderen Inseln zu vergleichen, sie ist wirklich einzigartig.

Bréhat - F Le Divenah