Felsige Klippen von der Gischt gepeitscht, lange Strände aus weissem Kies und rötlicher Heide, schäumendes Meer und felsige Kämme: so erscheint die romantische Landschaft den Liebhabern der Natur, die sich an den rauhen Elementen von Ouessant messen wollen. Hier können sowohl Besucher als auch Wissenschaftler die aussergewöhnliche Fauna beobachten. Zwar spielen die Robben Verstecken, um ihre Ruhe zu bewahren, aber verschiedene Zugvögel sind relativ leicht zu beobachten. Das Ornithologie-Zentrum von Ouessant bietet das ganze Jahr Aufenthalte an.
Ouessant, die Hüterin des Iroise-Meeres
Die Wachtposten-Insel Ouessant, streng und rauh, leuchtet den Seefahrern den Weg. Ein ganzes Heer von Leuchttürmen bewacht die berühmte Schiene bei der Durchfahrt von unzähligen Schiffen. Der Leuchtturm von Creac'h, der die Schiffe in den Ärmelkanal führt, ist einer der leistungsfähigsten der Welt.
Ouessant, im Angesicht der Elemente
Ouessant liegt wie ein felsiger Stern auf dem Meer und erstreckt seine Arme in alle Windrichtungen. Dies ist der westlichste Zipfel der Bretagne, der regelmässig von dem Kornog (Westwind), Mervent (Südwestwind), oder dem Gwalarn (Nordwestwind) heimgesucht, weniger häufig von Südwinden heimgesucht wird. Die grossen Stürme fegen im Februar über die Insel, und wenn Aiolos, der Gott des Windes, wirklich in Zorn gerät, dann weiss auf Ouessant jeder bescheid. Geschichten von Schiffsbrüchen und von Inselbewohnern gestartete Rettungsaktionen gehören untrennbar zu den Memoiren Ouessants.
Ouessant von der Landseite
Das Land der Insel wurde lange Zeit von den Frauen bestellt. Während die Seemänner auf Bezahlung warteten, mussten sie für den Unterhalt sorgen. Eine weitere Besonderheit: etwa tausend Schafe laufen frei herum in der Saison der sogenannten “vaine pâture” (vergebliche Weide), und finden Schutz in dem Windschatten kleiner, sternförmiger Steinbauten. Die einstmals zahlreichen kleinen Windmühlen sind heute aus der Landschaft verschwunden.

Ouessant - R Nourry