Die Ufer des Kanals sind von hundertjährigen Bäumen gesäumt, die sich in seinen glatten Wassern widerspiegeln. Am Ende des langen Weges, entlang der Flussufer und vorbei an malerischen Städtchen, in denen noch viele Spuren der Vergangenheit erhalten sind, mündet der Kanal in das Iroise Meer. Dieses grüne Eden, aus dem Autos verbannt sind, ist je nach Jahreszeit von fruchtigen oder waldigen Düften umhüllt. Heute, wie auch damals zu seinen Prachtzeiten, fliesst der mythische Kanal von Nantes nach Brest durch 360 Kilometer grünes Land. Immer zahlreicher sind die Liebhaber unberührter Natur, die von seiner Geschichte und seinen wunderschönen Gegenden eingenommen sind und den Kanal nach mehreren Jahrzehnten der Vergessenheit neu entdecken.
Mutter Natur, als inspirierte Künstlerin, hat ihm ein Bett in Kurven, Schleifen und zackeligen Wegen gezeichnet, die von den Lichtspielen des spiegelnden Wasser noch hervorgehoben werden. An Stellen wo Menschenhand eingegriffen hat um den mit Handelswaren beladenen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen, ziehen sich die Kurven plötzlich zu braven Linien gerade. Die Entdeckungstour des Kanals von Nantes nach Brest kann man entweder zu Fuss, mit dem Fahrrad oder an Bord eines Hausbootes antreten. Manche schaffen es, alle drei Möglichkeiten zu verbinden, aber das benötigt ein kleines bisschen Organisation !
Man kann den ganzen Kanal, von einem Ende zum anderen entlang wandern oder radeln, um dann stolz zurückblicken und sagen zu können: “Das haben wir geschafft!”
Aber man kann auch nur ein Teilstück auswählen, es für einige Stunden verlassen und umliegende Wanderwege benutzen. Viele bezaubernde, sternförmige Wanderungen gehen von bildschönen Stätten aus. Dieses einzigartige Erbe wird heute ganz besonders zur Geltung gebracht. Ein Gütesiegel, “Escale d'une rive à l'autre”, (von einem Ufer zum anderen) bezeichnet die Dörfer und Städtchen entlang der Flüsse und Kanäle, die ihr historisches und architektonisches Erbe schützen, und Besuchern ausgezeichnete Einrichtungen und Dienstleistungen bieten. Es gibt inzwischen sehr viele dieser Erholungsorte am Rande des Kanals. Klettern, Kanufahren, Angeln, Segeln, oder Wandern,...nur für Langeweile ist hier kein Platz.

JP Corbel. -