Ländliches Kulturgut
Wenn Authentizität mit Charme einhergeht
Für ihre Herrenhäuser und Bauernhöfe haben die Bretonen zunächst Granit genutzt. Dieser Stein verleiht den Dörfern ihren einzigartigen, schlichten, massiven und zugleich einladenden Charme. Überall finden sich Brunnen, Waschstellen und Brotöfen. Doch obgleich die traditionellen Wohnstätten auf den ersten Blick erkennbar sind, bergen sie doch einige Überraschungen. Ihr Erscheinungsbild ist nämlich je nach den jeweils verfügbaren Materialien...
Für ihre Herrenhäuser und Bauernhöfe haben die Bretonen zunächst Granit genutzt. Dieser Stein verleiht den Dörfern ihren einzigartigen, schlichten, massiven und zugleich einladenden Charme. Überall finden sich Brunnen, Waschstellen und Brotöfen. Doch obgleich die traditionellen Wohnstätten auf den ersten Blick erkennbar sind, bergen sie doch einige Überraschungen. Ihr Erscheinungsbild ist nämlich je nach den jeweils verfügbaren Materialien von Ort zu Ort unterschiedlich.
Baukunst und Baumaterialien
Vor der Blütezeit des Schiefers werden die Dächer mit Roggenstroh oder - wie beispielsweise in der Brière – mit Reet gedeckt. Die Reetdächer des Morbihan sind am besten erhalten. In der Mittelbretagne oder in der Nähe von Guichen werden die Mauern eher mit Schist als mit Granit errichtet. In der Gegend von Rennes besteht eine friedliche Koexistenz aus Stein- und Fachwerkbauten.
Was ist ein Pen-ty?
Ein Pen-ty ist DAS typische Fachwerkhaus. Pen-ty bedeutet soviel wie „Zuhause“ und ist ein niedriges Steinhaus, dessen Farbspektrum von unerwartetem Rosa, in der Nähe von Ploumanach, bis hin zu kräftigem Grau reicht. Diese heimeligen Bauten schmiegen sich harmonisch in die Bocage-Landschaften. An den Ecken werden abgerundete Bausteine verwendet. Oft beinhalten die Häuser nur zwei Zimmer und einen Speicher, wobei die Beleuchtung über mit behauenen Steinen eingefasste Fenster erfolgt. Diese oft liebevoll restaurierten Gebäude bilden heute sehr angenehme Wohn- und Gästehäuser. Für eine Reise ins 19. Jahrhundert, Treffpunkt der Weiler von Lanvaudan oder Poul-Fetan.
Seeleute zu Land
Die Fischer befestigen einen Anker an ihrem Haus. Die Fassaden von Küstenhäusern werden oft gekalkt, damit sie vor Unwettern geschützt sind. In diesem Fall zeigen sich die Reetdachhäuser am Ufer des Aven oder des Belon in einem besonders fröhlichen Kleid, das durch das Blau oder Grün der Fensterläden oder das Rosa der allgegenwärtigen Hortensien noch unterstrichen wird.
In Reichweite
In einer Wegbiegung stößt man auf gewölbte Brotöfen mit Lehm- oder Schieferdächern, Mühlen mit Mühlrädern wie die wunderschöne Mühle von Boël in Bruz, Waschstellen mit großen Steinplatten, schön behauene Brunnen. Locronan oder Pont-Aven zeichnen sich durch eine besonders große Vielfalt an solchen Bauten aus.
Herrenhäuser, schlichte Zeichen des Reichtums
Zierde der einzeln in den Feldern und Wäldern vorwiegend der Nordbretagne liegenden Herrenhäuser sind elegante Giebelluken, Fensterstürze oder Treppentürme.
Sagten Sie 'seltsam'?
In der Nähe von Névez erwecken einige der reetgedeckten Häuser das Erstaunen ihrer Betrachter. Sie sind nämlich aus „stehenden Steinen“ gebaut. Das hat jedoch nichts mit Menhiren zu tun, sondern die Mauern werden aus vertikal angeordneten Steinplatten gezogen. Das ist ein ganz außergewöhnliches Verfahren.
Sehenswertes
Locronan



