Künstlerisches Schaffen
Schöne Motive in jeder Handwerkskunst
Jeder Landstrich hat einen eigenen Stil entwickelt. Und das bis ins Extrem! So finden sich in der Bretagne 1 200 unterschiedliche Trachten! Doch hinter allen stehen dieselben Inspirationsquellen. Grafik- und Stickmotive setzen auf starke Kontraste. Die gleichen stilisierten Motive winden sich über Geschirr, Stoffe und Möbelstücke. In Kunsthandwerksstädten wie La Gacilly, Rochefort-en-Terre oder Pont-Scorff wird...
Jeder Landstrich hat einen eigenen Stil entwickelt. Und das bis ins Extrem! So finden sich in der Bretagne    1 200 unterschiedliche Trachten! Doch hinter allen stehen dieselben Inspirationsquellen. Grafik- und Stickmotive setzen auf starke Kontraste. Die gleichen stilisierten Motive winden sich über Geschirr, Stoffe und Möbelstücke. In Kunsthandwerksstädten wie La Gacilly, Rochefort-en-Terre oder Pont-Scorff wird dieses kulturelle Erbe neu interpretiert.
Die bretonische Tasse, immer wieder ein Hit!
Fast jedes Kind in Frankreich hat wohl eine typische bretonische Frühstückstasse, auf der sein Vorname steht. Bereits ab der Mitte des 18. Jahrhunderts erlangen die Steingut-Motive aus Quimper, darunter das berühmte bretonische Trachtenpärchen, Berühmtheit. Die Firma Henriot beauftragt Maler wie Mathurin Méheut oder Réné-Yves Creston mit dem Entwurf ihrer Motive. Auch heute noch werden traditionelle Themen und zeitgenössische Linien von Porzellanmalern künstlerisch von Hand gemalt.
Kopfschmuck und Trachten, besser als jeder Ausweis!
Die Trachten, ihre Farben und ihr Schmuck geben Hinweise auf die geographische Herkunft, das Alter, den Status und den Familienstand ihres Trägers. So finden sich die „Chuppen“ genannten blauen Westen in der Gegend von Quimper, weshalb die Bewohner dieses Landstrichs als „Glaziks“ bezeichnet werden, was soviel bedeutet wie 'kleine Blaue'. Im Cornouaille wiederum ist die Bragou Braz genannte Kniebundhose wichtiger Bestandteil der Tracht. Der Kopfschmuck der Bigouden erinnert an die berühmten bretonischen Leuchttürme. In der Gegend von Lorient weist die Kopfbedeckung hingegen eher flugzeugähnliche Formen auf
Die hohe Kunst der Stickerei lebt wieder auf
Die schillernden gelben und goldfarbenen Stickereien aus dem Pays Bigouden machen ihrer Handwerkszunft alle Ehre, die hier in den Händen einer Handwerksbruderschaft liegt. Ihre Mitglieder sticken Widderhörner, Sonnen, Fische und stilisierte Blumen auf festliche Schürzen, Korsagen und Westen. Das bemerkenswerteste dieser Motive und der Stolz seiner jeweiligen Trägerin oder seines Trägers ist die Pfauenfeder. Die Frauen wiederum arbeiten an dünneren Stoffen, Schürzen oder Schultertüchern. So findet sich die Stickerei heute wieder auf Tischwäsche und mit einem einzigen Motiv geschmückten Kleidungsstücken. Daneben findet man sie auch bei Schmuck wieder.
Ein traumhaftes Möbelstück
Das typische bretonische Schrankbett, eines der wichtigsten Stücke des traditionellen Mobiliars, wird mit Türen oder Vorhängen geschlossen. Seine Fassade dient heute als Dekorationselement. Ebenso wie die traditionelle Sitztruhe ist sie mit religiösen Motiven, Spindeln, Rauten und Arabesken geschmückt. Die Brüder Bouroullec, aus Quimper stammende, junge Designer verleihen dem traditionellen Dekor klare, zeitgenössischere Linien.



