Literatur

Ein Stil voller Charakter(e)!

Der Romantiker François René de Chateaubriand prägt die bretonische Literatur. Sein Stil scheint auf dem Felsen von Saint-Malo noch heute spürbar. Auch viele andere Autoren waren von ihrer Heimat oder Wahlheimat geprägt. Manche wie Per Jakez Helias in seinem "Cheval d’orgueil" (Das Traumpferd) oder Pierre Loti aus Paimpol ziehen daraus ihre direkte Inspiration. Andere wie Alfred Jarry aus Rennes gehen verwandelt daraus hervor.

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1000 Orte in unmittelbarer Nähe zum Meer

Beim Spazierengehen in der Bretagne hat man manchmal den Eindruck, die Seiten eines Romans zu durchwandern. Dies ist beispielsweise im Schloss von Mme de Sévigné, in der Bocage-Landschaft um Vitré, der Fall. Und auch in Combourg und Saint-Malo, die der brillante Chateaubriand so liebte, ist dieses Gefühl lebendig. Bei Ernest Renan oder bei Louis Guilloux in Schwarzes Blut scheint eher der Charakter der Provinz Trégor zum Ausdruck zu kommen. Konkreter wird es mit dem Leben der Fischer, das Pierre Loti auf den Kais von Paimpol kennenlernt. In einem anderen Hafen, nämlich in Nantes, wurde Jules Verne groß. Dort entstand auch der Surrealismus von Jacques Vaché und André Breton. Rennes wiederum bewahrt sich dieses Körnchen Verrücktheit, das Alfred Jarry so gefiel.

Als eine der ersten 'Promis' der Smaragdküste sorgt Colette für einigen Aufruhr, als sie den Strand von Rozven überquert, um nackt in der "grünen Meeresbucht" zu baden. Auf dem Sand, der Colettes Novelle 'Erwachende Herzen' (Le blé en herbe) als Hintergrund diente, kann man einfach nicht nur stupide in der Sonne brutzeln!

Dichter, die sich einen Reim aus den Einflüssen machen

Poesie scheint in dieser himmlischen Landschaft etwas ganz Natürliches zu sein! Tristan Corbière bahnt ihr als Vorläufer des 'Automatischen Schreibens' einen neuen Weg. Max Jacob, der zunächst ein Künstlerleben in Paris geführt hatte, feilt im Café de l’Epée in Quimper an seinen Versen. In den 'Stelen' (Stèles) von Victor Segalen und den Schriften von Xavier Gall dominieren Kraft und Mystik.

Immer aktuell

Das vom nimmermüden Schriftsteller Michel Le Bris und von Yvon le Men in Saint Malo ins Leben gerufene Literaturfestival Les Etonnants Voyageurs ist Ausdruck der literarischen Dynamik der Region. Hier treffen sich zuweilen die, die die Bretagne zur Heimat der Schreibenden erwählt haben; Olivier Adam, Yann Queffelec, Tanguy Viel, Irene Frain, Benoîte Groult…

Hätten Sie's gewusst?

Kennen Sie Mary Lester?

Wenn Sie die Bretagne anhand von Kriminalromanen kennen lernen möchten, sollten Sie sich in die Erfolgsbücher von Jean Failler, des 'Vaters' der Ermittlerin Mary Lester, vertiefen, die auch verfilmt wurden.