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Die Algen der BretagneProbieren Sie das Gemüse des Meeres

Die Algen der Bretagne ‑ Probieren Sie das Gemüse des Meeres

Die Bretagne ist die Region Europas mit der größten Algenproduktion jedes Jahr. Ob als Super Food, Naturkosmetik oder nachhaltiger Plastik-Ersatz im Spielzeug oder Sonnenbrillen – Algen sind 2020 im Trend.

Algen, das Super Food aus dem Meer

Algen halten sich nicht mit Wurzeln, sondern mit einem ihnen eigenen Haftorgan am Meeresboden fest. Ihre gesunden Inhaltsstoffe wie Oligoelemente, Jod, Vitamine und Mineralsalze ziehen sie direkt aus dem Meer.

Wo in der Bretagne finden wir Algen?

Mit mehr als 800 Algenarten ist die Bretagne das größte Algenfeld Europas. Entlang der Küste gibt es viele Schutzgebiete mit hervorragender Wasserqualität, wo das Sonnenlicht dank des klaren Wassers bis auf den tiefen Meeresgrund strahlen kann. Denn wie alle Pflanzen brauchen auch Algen viel Licht.

Die zehn essbaren Algenarten werden zu Fuß entlang der Küste gesammelt oder mit Booten vom Meeresgrund geerntet. Hauptsächlich wachsen Algen – wild und kultiviert – im Meeres-Naturpark Iroise an der Westküste der Bretagne oder „im Goldenen Gürtel“ vom Léon bis zur Rosa Granitküste im Norden der Region. Im Süden der Bretagne bei Lesconil kultiviert die Firma Algolesko Bio-Algen auf fast 150 Hektar in einem Natura-2000-Schutzgebiet. In Roscoff, der „Hauptstadt der Alge“, hat die „Station biologique de Roscoff“, ein international renommiertes Forschungszentrum für Algen, ihren Sitz.

Welche Alge schmeckt wie am besten?

Braune, Blaue, Grüne und Rote – Algen unterscheiden wir nach ihren Farben und in verschiedene Unterarten. Jede hat ihren eigenen Charakter. Die drei beliebtesten Braunalgen sind die Meeresspaghetti, Kombu und Wakame. Während die auch Seefarn genannte Wakame-Alge mit ihrer Leichtigkeit roh und frisch perfekt zu Salaten und Suppen passt, ist die dicke, rauchige Kombu-Alge der perfekte Begleiter zu Fisch oder Fleisch. Meeresspaghetti können bis zu vier Meter lang und tatsächlich einfach wie Spaghetti zubereitet werden.

Lappentang und die vom Sushi bekannte Nori-Alge gehören zu den Rotalgen. Beide schmecken wunderbar als Chips, Gewürz, zu Fisch, Muscheln oder Schaltieren. Meeressalat sieht so aus wie er heißt und ist die beliebteste Grünalge – besonders im Smoothie oder eben als Salat.

Der Star unter den Algen ist die Blaualge Spirulina: Sie enthält dreimal so viel Eiweiß wie Fleisch und stärkt das Immunsystem. Bei „Spiru’Breizh“ am Golf von Morbihan, „Dana Spirulina“ an der Küste von Redon, „Cyane“ in Plougastel-Daoulas und „Spiruline de Bretagne“ in Douarnenez können Sie den Geheimnissen der smaragdblauen Alge auf den Grund gehen. Jede Alge hat übrigens ihre eigene Saison: Am Ende des Winters beginnt die Ernte von Kombu und Wakame. Im Frühling und Herbst sind Nori, Meersalat, Lappentang und Meeresspaghetti an der Reihe. Im Sommer wird nicht geerntet.

Algen in Getränken, Kosmetik und Spielzeug

Algen geben Tee und Bier eine besondere Note. Beliebt sind hier vor allem die Wakame-Alge, Lappentang und Kombu. Als Anti-Aging- und Detox-Produkte finden Algen auch in der Kosmetik Anwendung. Und Tag für Tag überlegen sich kreative Köpfe neue Ideen: Wiederverwendbare Trinkbecher, ökologische Farben, faire Bekleidung oder Strandspielzeug werden in der Bretagne aus Algen hergestellt. Gern bringen wir Sie für Ihre Recherchen mit den Firmen in Kontakt.

Top-Adressen Rund um das Thema Algen

Werden Sie selbst zum Algensammler, stellen Sie Ihre eigene Algenkosmetik her, nehmen Sie an einem Algenkochkurs teil oder probieren Sie die Algenküche der Chefköche und die Algen-Anwendungen in den Spas der Bretagne.

Am Golf von Morbihan im Süden der Bretagne nimmt Sie Mélanie mit zum Strandfischen: Probieren Sie Pfefferalgen direkt vom Meeresboden und rühren Sie anschließend Ihre eigene Algenkosmetik an. Auch im „Hôtel de la Mer“ in Brignogan ist man verrückt nach Algen: Chefkoch Mickaël Renard dekliniert sein Menü rund um das Meeresgemüse und zeigt Ihnen in seinen Kochkursen, was Sie selbst alles zubereiten können. Bretonisch-japanische Fusion-Küche erleben Sie im Restaurant „Ima“ in Rennes. Viele Museen begeben sich außerdem mit Ihnen auf die Spuren der Algenfischer damals und heute. Kontaktieren Sie uns gern für weitere Adressen und Tipps.

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Offizielle Website des Tourismusverbands der Bretagne
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