Die bretonische Sprache

Komz a rit brezhoneg? oder Sprechen Sie Bretonisch?

Das äußerst bildhafte Bretonische ist die letzte keltische Sprache in Europa und ist dem Walisischen und dem Irischen sehr nahe. Im 7. Jahrhundert wird auf der gesamten Halbinsel Bretonisch gesprochen, ehe sich diese Sprache in das Gebiet westlich einer Diagonalen von Saint-Brieuc nach Vannes zurückzieht. Unter den 200.000 Menschen, die brezhoneg sprechen, finden sich immer mehr junge Leute. Eine Wiedereroberung, die sich auch an...

Das äußerst bildhafte Bretonische ist die letzte keltische Sprache in Europa und ist dem Walisischen und dem Irischen sehr nahe. Im 7. Jahrhundert wird auf der gesamten Halbinsel Bretonisch gesprochen, ehe sich diese Sprache in das Gebiet westlich einer Diagonalen von Saint-Brieuc nach Vannes zurückzieht. Unter den 200.000 Menschen, die brezhoneg sprechen, finden sich immer mehr junge Leute. Eine Wiedereroberung, die sich auch an Straßenschildern und in Veröffentlichungen zeigt.

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Von Scham zu Stolz

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verpflichtet die Republik zur französischen Sprache. Widerspenstige Schüler müssen ein Schandmal oder ein Schild tragen, worauf steht: „Es ist verboten, auf den Boden zu spucken und bretonisch zu sprechen“. Doch Intellektuelle und Politiker verschaffen dem Bretonischen wieder Gehör. Die Sprache erlebt bei jungen Menschen einen Aufschwung. Die zweisprachige Schule Diwan, was so viel bedeutet wie der „Keimling“, bringt 3 000 Schüler bis zum Abitur. Im privaten und öffentlichen Schulwesen wurden zweisprachige Zweige geschaffen. Insgesamt 10 000 Schüler sprechen brezhoneg.

Eine oder mehrere Sprachen?

Um es klar zu sagen: Bretonisch ist eine eigene Sprache, kein Dialekt. Sie gliedert sich selbst in 4 Hauptdialekte auf: Cornouillais im Süden des Finistère, Léonard im Norden des Finistère, Trégorrois und Vannetais. Weiter im Osten hört man Gallo.

Wer spricht Bretonisch?

Schätzungen zufolge sprechen 200 000 Menschen Bretonisch. Die meisten davon leben im Finistère. 35 000 Personen wenden Bretonisch täglich an. Wenn Sie auf den örtlichen Märkten Ihre Ohren - skouarn - spitzen, schnappen Sie vielleicht schillernde Dialoge auf, deren Sinn Sie nicht begreifen werden.

Bretonisch auf Schildern

Straßenschilder und offizielle Hinweise sind nun zweisprachig ausgeführt. Zwar lässt sich hinter Kemper, dem „Zusammenfluss“, noch unschwer Quimper erkennen, doch bei der Umwandlung von Vannes in Ar Gwened wird es schwieriger. Die häufig in Ortsbezeichnungen vorkommende Silbe Ker bezeichnet einen bewohnten Ort, ein Dorf. Ein gelungenes Übersetzungsbeispiel sind die Dialoge von Titeuf und Asterix in Bretonisch!

Sie haben das Wort!

Die zuerst erlernten Ausdrücke zeugen von der Gastfreundschaft der Region: Yech Mad „Zum Wohle“, fest-noz „Party“, degemer mat „Willkommen“ und Kenavo „Auf Wiedersehen".

Sehr bald schon werden Sie krampouezh, „Crêpes“, und kouign-amann, „Butterkuchen“, miteinander teilen.

Immer hilfreich:

mat an traoù? Wie geht's?

petra zo?         Was ist los?

Bedenklich wird es, wenn Sie zum torr-penn, zur „harten Nuss“ oder auch Nervensäge werden oder wenn man Ihnen diwall! („Achtung!“) zuruft.