Die Neuzeit

Eine Bretagne mit langem Atem!

Eine Zeit der Veränderungen. Aus ihr geht die Fischerei- und Agrarindustrie mit Konservenfabriken hervor. Die Bretonen zahlen mit der Zerstörung von Städten wie Brest, Lorient oder Saint-Malo einen schmerzhaften Tribut an die Weltkriege. Die Häfen und Arsenale werden neu belebt. Schöner ist der Aufschwung des Tourismus', der die Richtung der Bevölkerungsströme umkehrt und die Kultur fördert.

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Der Tourismus als echtes Zugpferd!

Zum Ende des 19. Jh. entdecken die Engländer gefolgt von den Amerikanern die wohltuende Wirkung der Seebäder und gründen die ersten Badeorte in Dinard, Paramé und Saint-Lunaire. Als die Bahngleise Saint-Brieuc erreichen, wird die Bestimmung der Smaragdküste und des Ortes Saint-Quay-Portrieux als Baderegionen besiegelt. Trotz der in ihrer Nachbarschaft entstandenen Modeadressen haben die Villen und Hotels dieser Zeit nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Island- und Zukunftsfischer

Wie viel Heldenmut und Schweiß reiste doch auf den Schiffen mit, die aus Paimpol oder  Saint-Malo ausliefen, um in Neufundland oder Island auf Kabeljaufang zu gehen. Pierre Loti verewigte das raue Leben dieser Seeleute. Die Stadt Paimpol gravierte ihre Geschichte in den Stein der Reederhäuser oder der Gassen ein, in denen die Fischer von einer Kneipe in die nächste zogen. Heute laufen die Hochseefischer eher aus Lorient oder Concarneau aus. Die Häfen verwalten weiter dynamisch ihre Ressourcen: Langustinen in Camaret und Audierne, Jakobsmuscheln in Saint-Brieuc, Edelfisch in Guilvinec…

Alles in der Dose!

Zum Ende des 19. Jh. stellt die Konservendose das Leben in Douarnenez und Concarneau auf den Kopf. Zahlreiche Arbeiterinnen packen Sardinen in Dosen. 34 Konservenfabriken werben um die 'Penn-Sardin' (Sardinen-Arbeiterinnen) in Douarnenez! Soziale und gewerkschaftliche Bewegungen entstehen. Dieser Lebensaspekt der Arbeiter und des einfachen Volks findet sein männliches Pendant in den Arsenalen von Brest, Lorient und Saint-Nazaire.

Bretonen von hier und dort

Jeder weiß es: Bretonen sind überall. Getrieben von der Notwendigkeit zu arbeiten und manchmal auch vom Abenteuer wanderten Millionen Bretonen aus. So soll eine Million von ihnen in der Pariser Region leben und Paris zur größten bretonischen Stadt machen. Kollektive Auswanderungswellen führten zwischen 1920 und 1950 zur Ausbildung bretonischer Gemeinwesen in den Vereinigten Staaten, Argentinien und Kanada.

Hätten Sie's gewusst?

Illustre Beispiele für die Kombination aus bretonischen und republikanischen Werten: der Minister René Pléven, der Dichter Théodore Botrel, der Schriftsteller Per-Jakez Helias, Edouard Leclerc…