Entstehung der Bretagne

Aus Armorica wird die Bretagne

Im 5. Jahrhundert landen die Bretonen an den Küsten „Klein-Britanniens“, nachdem sie von den Angeln, den Sachsen und den Schotten aus dem heutigen Großbritannien vertrieben wurden. Unter den Neuankömmlingen finden sich heroische Mönche, die Pfarrgemeinden aufbauen und die ersten Klöster erbauen. Getreu fränkischer Politik wird Nominoë an die Spitze der Bretagne gewählt. Er bringt es jedoch noch viel weiter und wird sogar der erste König des...

Im 5. Jahrhundert landen die Bretonen an den Küsten „Klein-Britanniens“, nachdem sie von den Angeln, den Sachsen und den Schotten aus dem heutigen Großbritannien vertrieben wurden. Unter den Neuankömmlingen finden sich heroische Mönche, die Pfarrgemeinden aufbauen und die ersten Klöster erbauen. Getreu fränkischer Politik wird Nominoë an die Spitze der Bretagne gewählt. Er bringt es jedoch noch viel weiter und wird sogar der erste König des Landes.

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Heilige als Gründer

Die aus Wales und dem englischen Cornwall kommenden Bretonen siedeln sich in neuen Gebieten an. Die unter ihnen weilenden Mönche führen ein keltisches, von Wundern geprägtes Christentum ein. Einige ziehen sich in Einsiedeleien zurück, wie an den Mont Tombe, den künftigen Mont Saint-Michel. 7 Heilige gründen die 7 wichtigsten Bischofssitze.  Dabei sind die vom Heiligen Malo oder vom Heiligen Brieuc gegründeten Städte leicht zu erkennen. Was Dol-de-Bretagne betrifft, so verdankt diese Stadt ihre Entstehung dem Heiligen Samson, Tréguier die ihre Saint Tugdual, Saint-Pol-de-Léon dem Heiligen Pol Aurélien, Quimper Saint Corentin, und die Gründung Vannes geht auf Saint Patern zurück.

Nominoë, der erste König der Bretonen

Zwischen den Franken und den bretonischen Freigeistern kommt es zum Streit. 831 ernennt Louis le Pieux Nominoë zum Gouverneur, um der Region Frieden zu bringen. Nach dem Tod des karolingischen Herrschers kämpft Nominoë um eine ganz besondere Identität. Nach der siegreichen Schlacht gegen die Franken in Ballon, nahe Redon, ruft er ein bretonisches Königreich aus. Er festigt seine Einheit und seine Institutionen. Die bretonische Sprache wird westlich einer Linie Dol – Saint-Nazaire gesprochen. Daher gilt Nominoë als Vater der bretonischen Nation.

Geschichte zwischen Legende und Wahrheit

Damals vermischen sich Legenden, Geschichten und religiöse Traditionen. So soll Arthur, der die Bretonen gegen die Sachsen verteidigte, mit den Rittern der Tafelrunde in die Bretagne gekommen sein. Das Grab König Gradlons soll sich in den Überresten der Abtei Landévennec befinden. Auch in den wohlhabenden Klöstern wird Geschichte geschrieben. Noch heute ist es faszinierend, die prächtigen, von den Mönchen aus Landévennec illustrierten Handschriften oder das von den Kopisten aus Redon erstellte Cartular zu durchblättern.

Hätten Sie's gewusst?

Glauben oder marschieren, muss man sich entscheiden?

Die heiligen Gründungsväter sind immer noch Mittelpunkt vieler Traditionen und Bittgänge wie der 'Troménie' (Prozession) von Locronan oder dem Tro-Breizh, einem Rundweg, der 7 heilige Stätten miteinander verbindet.