Kommen Sie an Bord zu einem unvergesslichen Fischfangtag

Mit den Fischern aus Le Guilvinec

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Kommen Sie in Le Guilvinec an Bord zu einem Tag der Küstenfischerei mit den Fischern aus Le Guilvinec! Eine menschliche, echte und starke Erfahrung, bei der Sie die Bretagne von einer anderen Seite kennen lernen.

4.30 Uhr: Ich gehe an Bord!

Départ de nuit pour la pêche

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zu so einer Zeit aufstehen würde! Eine eilig verschlungene Crêpe, und ich streife noch im Halbschlaf, aber voller Vorfreude auf diesen Tag, meinen Fleece-Pulli, einen Pullover und eine Windjacke über. Wir treffen uns im Hafen von Le Guilvinec. Der Himmel ist wolkenlos, und der Vollmond beleuchtet unseren Fischkutter. Ein herzlicher Händedruck von Gérard und Ronan, den Matrosen. Die Mannschaft geht an Bord. Jetzt ist es an Johan, „dem Chef“ heute, uns zu begrüßen!

An Bord ist kein Platz für Schnickschnack!

A bord du Kan Atao

Ich bemerke, dass die Brücke überdacht ist. Das ist gut! So werden wir vor Wind und Sonne geschützt sein? „Mein Vater hat das Dach gebaut, nachdem er vom Meer eins abbekommen hatte.“ Johan erinnert uns daran, dass das Meer – ganz wie die Menschen, die hier leben – einen eigenen Charakter hat. Ich freue mich: heute ist schönes Wetter und ruhiges Meer angesagt! Ich stelle fest, dass man auf einem Fischkutter wenig Platz hat. Es ist ein Arbeitsgerät, auf dem kein Platz ist für Schnickschnack! Johan dreht zwei Fischkisten zur Sitzgelegenheit um. „Fühlt euch wie zuhause… ». Ich amüsiere mich: Eine Reise erster Klasse mit Meerblick!

Kurs Südwest

Johan aux commandes, aujourd'hui on va dans la roche

Der Geruch von Kaffee vermischt sich mit dem von Diesel. Herrlich! Wir verlassen den Hafen mit vielen anderen Booten zusammen. Das Motorengeräusch ist ohrenbetäubend! Man muss sehr laut reden, um gehört zu werden. Ein bisschen nach links, dann nach rechts, ein schönes Geschlinger. Wohin fahren wir? Kurs Südwest: „Wir fahren zu den Felsen, dort wo man auch Baden geht.“ Was werden wir fangen? „Am liebsten Kaisergranate, aber die graben sich ein, wenn sie Angst haben.“ Ronan, einer der beiden Matrosen, übernimmt die Wache: „Der Chef und Gégé, der zweite Matrose, halten Siesta.“ Wir werden erst in zwei Stunden im Fischgebiet ankommen! Ich lerne den sympathischen Ronan kennen. Er ist seit dem Alter von 15 Seefahrer und Fischer. „Seefahrer werden anteilsmäßig bezahlt, je nach Verkauf. Selbst bei einem guten Fang hängt alles von den Versteigerungspreisen auf der Fischauktion ab!“ Ich hülle mich auf dem schlingernden Boot in meine Kleidung. Gut gewärmt schnuppere ich Seeluft. Die Fischkutter sind die Glühwürmchen des Meeres. Ich schlafe beim Tuckern des Motors ein!

Ein beeindruckendes Manöver

La puissance impressionnante des manoeuvres

Der Lärm der Ketten reißt mich aus meinem Dämmerschlaf. „Wir werfen das Netz zum ersten Mal aus.“ Ronan streift Handschuhe und Ölzeug über. Johan und Gégé gehen auf ihre Posten. Ich begreife rasch, dass ich mich ganz klein machen muss. Fehler sind nicht erlaubt! Ich bin von der Kraft des Manövers beeindruckt. Hinten im Boot scheinen mir die Männer in die Intensität ihrer Handgriffe versunken. Präzise, schnell… ein Blick, ein Befehl… jeder kennt seine Aufgabe beim Abrollen des Schleppnetzes blind. Der Mensch verschmilzt mit dem Schlingern, dem Boot, dem Meer… Schleppnetz, Schwimmer, Bleigewichte, die den Grund aufwühlen, Ballastketten, zwei Stahlplatten, die das Schleppnetz auseinander halten und schließlich das Seil, mit dem es gezogen wird… ich erlebe einen kraftvollen Tanz. Vor meinen  Augen zeichnet sich die mutige Stärke dieser Männer an Tagen mit ungünstiger Witterung ab!

Erholungspause

Une pause bien méritée

Nachdem das Stahlgewitter vorbei ist, entspannen sich die Gesichter. Drei Stunden ohne Manöver, in denen das Boot das in über 100 m Tiefe liegende Schleppnetz zieht; ich habe Zeit zum Plaudern! Das Butterbrot in den Kaffee getunkt – das ist Erholung für die Mannschaft. Ich höre, welche Neuigkeiten die Kumpel per Funk austauschen. Ich gewöhne mich an den Rhythmus des Lebens an Bord. „Wir werfen das Netz dreimal aus“, erklärt Johan. Ich erfahre zu meiner Belustigung, dass die Tasche des Schleppnetzes von einer zusammengehalten wird, die auf dem Meeresgrund lebt. Sind Seeleute Dichter? Auf jeden Fall sind sie gute Köche! Was steht auf der Speisekarte? Fisch! Gégé verrät mir sein Rezept: „Zwiebeln, Knoblauch, kleine, in Stücke geschnittene Tintenfische, etwas Wasser…“ Ich schreibe mit!

Gute Prise!

La pêche à été bonne

Ein Donnern von Stahl – das Netz wird wieder eingeholt. Ich bewundere erneut die Kraft der Manöver. Und dann bietet sich meinen weit aufgerissenen Augen das Wunder des Meeres dar: Der Fang wird auf den Sortiertisch geleert. Nachdem der erste Schleppzug beendet ist, wird das Netz ins Meer zurückgeworfen. Ich schaue den zappelnden Kaisergranaten zu. Bisher wusste ich nicht, dass die hässlichen Seeteufel so grüne Augen haben. Das verleiht ihnen einen unwiderstehlichen Charme! Ich greife einen Katzenhai und – o Wunder – er hat eine ganz raue Haut. „Damit schrubbt man Töpfe aus“, erklärt mir Ronan. Das Lächeln Johans zeigt mir, dass der Fang gut ausfiel. Mit erstaunlicher Fingerfertigkeit sortieren Gégé und Ronan die Fische. Die kostbaren Kaisergranaten werden nach Größen zusammengefasst. „Nicht schlecht, die da!“ Ich vergnüge mich mit ein paar Seefahrerwitzen. In Windeseile sind Seeteufel, Seelachs, Seezungen… ausgenommen und gewaschen. Im Kielwasser halten die Silbermöwen Festschmaus. Johan fordert mich auf, einen rohen Kaisergranaten zu probieren: „Echtes Carpaccio!“ Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas Leckeres gibt. Ein himmlisches Vergnügen, mit den Augen auf dem Meer!

Zurück zum Hafen

Le retour au port

Nach den drei Schleppnetzzügen naht die Stunde der Rückkehr. Ich bin erschöpfter als die Jungs, die die Brücke reinigen. Das Wetter ist schön. Die Kisten sind voll. Ich darf mich auf die vordere Brücke legen. Faszinierend, diese Einfahrt in den Hafen! Auf dem Aussichtsplatz drängt sich die Menge, zu der ich gestern auch gehörte, lauter Neulinge! „Das Leben von Le Guilvinec ist sein Hafen“, bekräftigt Johan. Jetzt muss es schnell gehen, damit der Verkauf auf dem Fischmarkt garantiert ist. „Unsere Alten holen die Ladung ab, als Gegenleistung erhalten sie ihren Fischbeutel.“  Die kleinen Fischbeutel sind fertig. Ronan zeigt mir Guy, Christian und Jean-Marie, mit dem Karren in der Hand.

17.30 Uhr: Ich spüre festen Boden unter den Füßen!

Je retrouve le quai avec le roulis encore vissé au corps

Man muss schon gut sein im Manövrieren, Johan macht das toll! Er wendet eine List an, um an den Kai heranzukommen. Mit voller Kraft heben Gégé und Ronan die Kisten zu den Alten hoch. „Gut gemacht!“ ruft Guy. Ich sehe sie zum Fischmarkt eilen. Unser Fischkutter räumt seinen Platz. Wir schippern zu unserer Anlegestelle, etwas weiter Steuerbord  Johan wartet auf das Verkaufsergebnis  
Mein Körper scheint das Schlingern noch zu spüren, und so taumle ich benommen an den Kai zurück. Ich überdenke noch einmal glücklich die bewegten Momente dieses schönen Fischfangs mit dieser netten Mannschaft. Danke Jungs! Jetzt möchte ich nur noch eins: mich an einem Teller voller Kaisergranaten und einem Glas Weißwein laben… aber vorher eine schöne Dusche! 
Text: Christine Barbedet

Weitere Informationen

Ab 18 Jahre bzw. ab 13 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen.

Die Ausflüge mit den Fischerbooten sind vom 1. April bis 30. September von Dienstag bis Freitag möglich. Nicht an Feiertagen und Tagen nach Feiertagen.

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