Grünalgen

Grünalgen sind ein fester Bestandteil des marinen Ökosystems der Bretagne. Sie werden gemeinhin als Meersalat bezeichnet. Eine Bezeichnung, die zum einen auf ihr an große Salate erinnerndes Aussehen und zum anderen auf den Tatbestand zurückzuführen ist, dass sie essbar sind.

Grünalgen sind ein fester Bestandteil des marinen Ökosystems der Bretagne. Sie werden gemeinhin als Meersalat bezeichnet. Eine Bezeichnung, die zum einen auf ihr an große Salate erinnerndes Aussehen und zum anderen auf den Tatbestand zurückzuführen ist, dass sie essbar sind.
Im Frühjahr und Sommer kann es in bestimmten, in erster Linie im Norden der Region gelegenen Buchten vorkommen, dass sich diese Algen im Übermaß entwickeln und eine sogenannte Algenpest verursachen. Woher kommt dieses Phänomen? Wo kommt es vor? Ist es gesundheitsgefährdend? Wie kann man ihm entgegenwirken?

  • F1: Was ist eine Algenpest?

Die Grünalge entwickelt sich im Meerwasser schwimmend in sandigen, sanft abfallenden Buchten, dort, wo alle ihr Wachstum begünstigenden Voraussetzungen vereint sind, insbesondere:

  • in relativ seichten Gewässern, denn Grünalgen benötigen viel Licht,
  • in Gewässern mit einem hohen Anteil an Stickstoff und Phosphor, den beiden wichtigsten Nährstoffen dieser Pflanzen,
  • in relativ ruhigen Gewässer, in denen die Algen und ihre Nährstoffe nicht weggetrieben werden.

Seit rund dreißig Jahren beobachtet man an einigen Standorten des bretonischen Küstengebiets, wie auch in anderen Teilen der Welt, ein übermäßiges Wachstum der Grünalgen, die auch an die Ufer gespült werden. Dieses „Algenpest“ genannte Phänomen ist an ein Nahrungsüberangebot für die  Alge gekoppelt. Die üppig vorkommenden Nährstoffe werden in erster Linie aus der Landwirtschaft (Dünger) und aus den Städten (Phosphor) über die Flüsse in das Meer eingebracht.

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  • F2: Wo findet man Grünalgen in der Bretagne?

Die übermäßige Verbreitung von Grünalgen lässt sich in der Bretagne seit den 1970er Jahren beobachten. Dieses komplexe Phänomen ist von zahlreichen Faktoren abhängig (Sonneneinstrahlung, Temperatur, Niederschlagsmengen, Gezeiten, Unwetter, Meeresströmungen, usw.), die sich nicht genau vorhersehen lassen. Auch das Ausmaß einer Algenpest ist im Voraus nicht absehbar.
So können beispielsweise starke Regenfälle im Frühjahr das Einbringen von Düngemitteln aus der Landwirtschaft in die Flüsse und das Meer begünstigen und auf diese Weise an Orten eine Algenpest auslösen, an denen im Vorjahr, bei trockenerem Wetter keine Algen anzutreffen waren. Umgekehrt können die großen Winterstürme den Meeresgrund einer Bucht so verändern, dass sich dort keine Algen mehr entwickeln. 
Somit ist es unmöglich vorauszusagen, ob ein in einem Sommer von einer Algenpest betroffener Strand auch in der nächsten Saison betroffen sein wird.  Im Laufe der Zeit war es jedoch möglich, Standorte zu bestimmen, die die Entwicklung der Algen zu begünstigen scheinen. So sind heute acht Buchten bekannt, an denen seit 1998 in jedem Jahr Algenpesten von unterschiedlichem Ausmaß zu beobachten waren: Die Buchten von Saint Brieuc, Douarnenez, la Forêt und la Fresnaye, la Grève de Saint Michel und die kleinen Buchten von Locquirec, l’Horn–Guillec und Guisseny.
(Quelle: Leitschema zur Flurbereinigung und zum Wassermanagement des Loire-Bretagne Beckens 2010-2015.)

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  • F3: Sind Grünalgen giftig?

Im Meer angetroffene oder frisch an Land gespülte Grünalgen stellen keinerlei Gefahr für den Menschen dar. Lagern sie jedoch seit mehreren Tagen in großen Mengen an Land und bilden sie dort eine mehrere Zentimeter dicke Schicht, beginnen sie sich wie jede andere organische Substanz auch zu zersetzen. Bei diesem Phänomen werden Ammoniak und ein weiteres, in hohen Konzentrationen hochgiftiges Gas, nämlich Schwefelwasserstoff, freigesetzt.
Aus diesem Grund hat die öffentliche Hand einen Maßnahmenkatalog zur Vorbeugung gegen die mit diesem Phänomen verbundenen Risiken ins Leben gerufen. In den Buchten, in denen bereits in der Vergangenheit Algen in großen Mengen angespült wurden, werden die Algen, dank eines intensivierten Überwachungssystems sofort, wenn sie an Land gespült werden, aufgesammelt. Auf diese Weise werden das Zersetzungsphänomen und die Gefahr eventueller späterer Gasentwicklungen ausgeschaltet.
Außerdem wird in diesem Jahr in den Buchten von Saint Brieuc und Lannion ein Einsammeln der Algen bereits im Wasser getestet, um ihre übermäßige Vermehrung und das Anspülen an das Ufer zu verhindern.

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  • F4: Ist es gefährlich, dort spazieren zu gehen, wo Algen angespült wurden?

Sobald die Algen an den Strand oder die Felsen gespült werden, häufen sie sich an, trocknen aus und beginnen unter der an der Oberfläche gebildeten Kruste zu fermentieren. Bei der Zersetzung entsteht wie bei allen anderen organischen Stoffen auch Ammoniak und ein weiteres hochgiftiges Gas, nämlich Schwefelwasserstoff. 
Läuft man nun über die Algen und durchbricht damit die an der Oberfläche geformte Kruste, führt dies zur plötzlichen Freisetzung der genannten Gase in der Atmosphäre, was aufgrund ihrer Konzentration eine wirkliche Gefährdung für die Gesundheit darstellt. Sobald man den starken typischen Schwefelwasserstoffgeruch nach faulen Eiern wahrnimmt, sollte man sich deshalb schnell aus dem betroffenen Gebiet entfernen.

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  • F5 : Wie soll man wissen, ob eine an Land gespülte Alge noch frisch und somit ungefährlich ist oder ob sie sich im Gegenteil gerade zersetzt und somit eine Gefahr darstellt?  

Der Geruch gibt rasch Aufschluss über die Frische der an Land gespülten Grünalgen. Hat die Zersetzung der Algen eingesetzt, setzen sie bestimmte, potentiell gefährliche Gase, wie Schwefelwasserstoff frei, dessen starker Geruch nach faulen Eiern ein Alarmzeichen darstellt.
Wenn Sie eine außergewöhnlich hohe Menge Grünalgen an einem öffentlichen Strand feststellen, sollten Sie sich in jedem Fall aus Vorsichtsgründen solange von diesem Ort fernhalten, bis die Algen eingesammelt wurden. Sollten Sie eine Algenpest oder bedeutende Grünalgenansammlungen an einem nicht bewachten Strand oder bei einem Spaziergang an der Küste entdecken, raten wir Ihnen, sich davon fernzuhalten und bei Ihrer Rückkehr das Fremdenverkehrsamt oder das Rathaus Ihres Urlaubsorts zu verständigen.

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  • F6: Wie soll man sich bei einer Algenpest verhalten?

Wenn Sie eine übermäßige Menge an den Strand angespülter Algen beobachten, raten wir Ihnen, sich aus Vorsichtsgründen solange von diesem Ort fernhalten, bis die Algen eingesammelt wurden.
Sollten Sie eine Algenpest oder bedeutende Grünalgenansammlungen an einem nicht bewachten Strand oder bei einem Spaziergang an der Küste entdecken, raten wir Ihnen, sich davon fernzuhalten und bei Ihrer Rückkehr das Fremdenverkehrsamt oder das Rathaus Ihres Urlaubsorts zu verständigen

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  • F7: Ist es gefährlich, in Anwesenheit von Grünalgen zu baden?

Nein überhaupt nicht, im offenen Wasser sind die Grünalgen völlig ungefährlich.
Die Wasserqualität der Badestrände wird regelmäßig von den zuständigen Behörden überprüft. Im Jahr 2009 wurden beispielsweise von den 548 kontrollierten bretonischen Stränden nur 4% als „unter Umständen vorübergehend verschmutzt“ bewertet und keiner von ihnen wurde geschlossen (Quelle: Gesundheitsministerium).
Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite „Wasserqualität“ unter der Rubrik „Umweltinformationen“.

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  • F8: Wann kann ich mich gefahrlos mit meinen Kindern an einen bretonischen Strand begeben?

Jeden Tag des Jahres! Im Herbst und Winter kommt es zu keiner übermäßigen Verbreitung von Grünalgen. Im Frühjahr und Sommer werden die öffentlichen Strände regelmäßig gereinigt.

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  • F9: Welche Maßnahmen werden heute durchgeführt?

Durch das systematische Einsammeln der Grünalgen an den öffentlichen Stränden, das im Jahr 2010 noch ausgeweitet wurde und die augenblicklich in der Testphase befindlichen Einsammelverfahren im Wasser, um die Algenmengen bereits an der Quelle zu verringern, dürfte es möglich sein, sämtlichen unerwünschten Auswirkungen auf den Tourismus in der Bretagne entgegenzuwirken.
Sollte ein Strand dennoch bei einer Flut mit Algen bedeckt werden, muss der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde in Absprache mit dem Präfekten, den Zugang zum Strand vorübergehend sperren, bis die Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind.

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  • F10: Wie lässt sich das Phänomen der Algenpest eindämmen?

Ein Programm zur Bekämpfung der Grünalgen wurde am 5. Februar 2010 der Regierung vorgelegt. Über den Ausbau der Präventionsmaßnahmen hinaus verpflichten sich die öffentliche Hand und die bretonischen Bauern im Rahmen dieses Plans dazu, die Nutzung der Düngemittel tiefgreifend zu überdenken, da diese für die starke Vermehrung der Grünalgen verantwortlich sind.

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