Ile d'Ouessant

Letzter Halt vor Amerika!

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Sind sie bereit, bis zum Landesende zu gehen? Also dann, Kurs auf das Archipel von Ouessant! In diesem äußersten Westen des französischen Festlands erhält Ihr Aufenthalt eine einzigartige und belebende Note. Dieses Inselband scheint irreal, wie aufgehängt zwischen Himmel und Erde, umrahmt von Gischt. Fast eine initiatische Erfahrung!

Ein so schönes Archipel…

30 km von der Landspitze Saint-Mathieu entfernt, umfasst das Ouessant-Archipel, das eigentliche Landende oder „Finistère", sieben von Festlandsprenkeln umrahmte Inseln. Nur Molène und Ouessant, die größte der Inseln, sind bewohnt. Abgesehen von einigen Fischern und Algensammlern arbeiten die Männer bei der Marine oder in der Hochseefischerei und überlassen Land, Haus und die schwarzköpfigen Schafe den Frauen. Zu den traditionellen Aktivitäten kommen Aquakultur und ein mäßiger Tourismus hinzu.

Atemberaubend

Hinter Molène und der Fromveur-Strömung („großer reißender Bach" auf Bretonisch) taucht Ouessant auf. Die 7 km lange Insel ähnelt den Scheren eines Krebses und ist von fantastisch geformten Felsen gesäumt. Der Größe der Klippen verdankt dieser Wachposten im Meer seinen keltischen Namen ouxisama, „die Höchste". Die Küste an der Pointe de Pern bietet ein ungewöhnliches Schauspiel. Inmitten fein ziselierter Riffe finden sich die Überreste der Villa des tempêtes (Sturmhaus), in der ein Nebelhorn untergebracht gewesen war. Einige Schritte weiter stößt man auf die Ruinen eines einst von Pferden betätigten Nebelhorns.

Eine Lichterkrone

Die wohlmeinenden Bewohner von Ouessant schufen Signale zur Unterstützung der Seefahrer. Majestätische Leuchttürme ragen auf oder neben der Insel empor. Der erste, der Stiff-Leuchtturm, wurde 1695 von Vauban erbaut. Der Leuchtturm La Jument mit seiner roten Haube und der Keréon-Leuchtturm, der aufgrund seiner Holzschnitzereien den Spitznamen 'Palast' trägt, wurden unter unsäglichen Anstrengungen im Meer errichtet. Der Leuchtturm von Créac'h, einer der leistungsstärksten der Welt, ist an seinem schwarz-weißen „Ringelshirt“ zu erkennen.

Bei Sturm an die Inselküste

Meterhohe Sturmfluten können Besucher der westlichen Bretagne-Insel Ouessant im Spätherbst und Winter hautnah miterleben. Die 27-jährige Insulanerin Ondine Morin führt ihre Gäste zu den besten Aussichtspunkten ihrer wilden Heimatinsel. Sturmwanderungen sind ab drei Teilnehmern und bei Reservierung im Voraus möglich. Preis: 16 Euro pro Person bzw. 10 Euro für Kinder zwischen 5 und 16 Jahren. Reservierung unter Ondine@kalon-eusa.com.

Zeichen inneren Sanftmuts

Im Bemühen, dem Wind zu entkommen, drängen sich die Schafe und einige Gemüsegärten hinter den reizenden Steinmäuerchen zusammen. In Niou Uhella erfasst man die Seele der Inselbewohner beim Besuch eines ihrer Häuser. Die kleinen Unterkünfte umfassen zwei symmetrische Räume: das penn ludu, in dem man wohnt, und das penn brao, in dem man Besuch empfängt und von den Seefahrern mitgebrachte Gegenstände aufstellt. Die aus Trümmerholz gefertigten Möbel sind in überraschend kräftigen Farben gestrichen.

Fähren zur Ile d'Ouessant

Die Fährgesellschaft "Penn Ar Bed" bringt Sie das ganze Jahr über von Brest, Le Conquet und Camaret zur Insel Ouessant. Die Abfahrtszeiten der Fähren finden Sie hier. Der Plan ist in französischer Sprache, aber dennoch sehr leicht zu lesen. Sie sollten nur die Wochentage kennen:

D = dimanche = Sonntag
L = lundi = Montag
M = mardi = Dienstag
M = mercredi = Mittwoch
J = jeudi = Donnertag
V = vendredi = Freitag
S = samedi = Samstag

Hätten Sie's gewusst?

Piercings für Schafe?

Von Oktober bis Februar grasen die Schafe von Ouessant frei auf den kurzen und salzig schmeckenden Wiesen. Ihre Besitzer erkennen sie an Einkerbungen an den Ohren.