Le Faouët

Grüner „wilder Westen“

Foto 1 Le Faouët Foto 2 Le Faouët Foto 3 Le Faouët Foto 4 Le Faouët Foto 5 Le Faouët Foto 6 Le Faouët Foto 7 Le Faouët Foto 8 Le Faouët

In einer von vielen Tälern durchfurchten Gegend trumpft Le Faouët mit bezaubernden Landschaften, die sich zu schönen Wanderungen anbieten, auf. Wer hätte gedacht, hier, am Ende des Cornwalls von Morbihan die schönsten Markthallen der Bretagne, einen der schönsten Lettner Frankreichs und prunkvolle gotische Kapellen zu finden?

Im Land von König Morvan

In 40 km Entfernung von Lorient duckt sich Le Faouët, bretonisch für Buchenwäldchen, in eine gebirgige Fläche. Die durch Stechginster golden leuchtende Bocage-Landschaft wird von der Ellé, einem Lachse und Forellen führenden Fluss, durchzogen. Die Boutevilles sind die ersten Grundherren der Stadt. Im 15. Jahrhundert vererben sie der Region ein reiches ziviles und religiöses Erbe, das man heute im Rahmen von Rundwegen entdecken kann. Um die Markthallen herum verwandeln die Familie Goulaine, und später die Barone Du Fresnay die Stadt in einen wichtigen Handelsplatz. Dieser Status kehrt mit den touristischen Aktivitäten zurück!

Ideale Markthallen

Sie können sie nicht verfehlen: Die Markthallen aus dem 16. Jahrhundert erheben sich majestätisch am Hauptplatz. Sie belegen eine Fläche von 1000 m². Das große Schieferdach bedeckt einen herrlichen Dachstuhl aus Eichen- und Tannenholz. Ein achteckiger Zwiebelglockenturm überragt das Ganze. Zwei Mal im Monat knüpft der Markt an die Aktivitäten von einst an.

Unweit davon beherbergt das Ursulinerinnenkloster aus dem 17. Jahrhundert heute ein Museum, das den einst in der Bretagne verweilenden Künstlern Ehre erweist.

Wunder der Architektur

Die zwischen 1489 und 1512 erbaute Kapelle Sainte-Barbe klammert sich an die Flanken einer üppigen Gebirgsschlucht. Eine monumentale Doppeltreppe aus dem 18. Jahrhundert verschafft Zutritt. Dieser Ort wurde von Sire de Toulbodou angelegt, der durch sein Flehen zur Heiligen Barbe einem furchtbaren Unwetter entkam. Die Kapelle im Flamboyant-Gotik-Stil ist mit Wasserspeiern, prächtigen Buntglasfenstern und Votivtafeln geschmückt. Ein Pfad führt hinunter zum Brunnen, in den die jungen Mädchen Nadeln werfen, um einen Ehemann zu bekommen. Oberhalb der Kapelle kann man das kindliche Vergnügen, die Glocke des Uhrturms nahe dem Wachhaus zu läuten, noch einmal erleben.

1 km vom Stadtzentrum entfernt zeugt die Kapelle Saint-Fiacre auf prachtvolle Weise von der Flamboyant-Gotik. Ihr herrlicher Lettner aus bemaltem Holz, einer der ältesten der Bretagne, begründet ihren Ruhm. Dieses wunderbar geschnitzte Bilderbuch präsentiert auf einer Seite die Macht des Bösen, auf der anderen verweist es auf das durch die Kirche zuteilwerdende Heil.

Hätten Sie's gewusst? 

Wer war Marion von Faouët?

Sie war der bretonische und weibliche „Robin Hood“! Unter Louis XV überfiel Marie Tromel, als Marion  du Faouët bekannt, mit ihren Komplizen Wohlhabende und verteilte einen Teil des Raubgutes an die Ärmsten.