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Die Algen der BretagneProbieren Sie das Gemüse des Meeres!

Die Algen der Bretagne

Zum Aperitif, als Beilage und sogar zum Frühstück halten Algen auf dem Tisch Einzug! Mit ihren einzigartigen ernährungsphysiologischen Eigenschaften wecken diese Super Foods unsere Geschmacksknospen. Zum Verzehr geeignete Algen sind in Asien weit verbreitet und im Begriff, eines der Lebensmittel von morgen zu werden. In der Bretagne konzentriert sich die größte Produktion Europas und das Talent bretonischer Köche ermöglicht, diese Schätze zu veredeln.

crtb-ad2680-bourcier-simon.jpgLachez prise avec le Paddle Yoga, pique-nique sur la plage, des algues© Simon Bourcier

Algen, eine außerordentliche Quelle der Wohltat

Algen, von den Küsten nicht wegzudenken, meint man zu kennen, sie bergen jedoch mehr als nur ein Geheimnis, das sie uns offenbaren können. Algen besitzen keine Wurzeln, sondern ein Haftorgan, um sich an Felsen festzuhalten. Ihre wohltuenden Wirkungen beziehen sie direkt aus dem Meerwasser und sind daher ein wahres Konzentrat an Oligoelementen, Jod, Vitaminen und Mineralsalzen. Seit dem 17. Jahrhundert in der Landwirtschaft verwendet, sind Algen heute eine Zutat, die sich ihren festen Platz in der bretonischen Küche erobert hat. Von den fast 800 in der Bretagne vorkommenden Algenarten sind etwa 10 essbare Arten zum Verkauf zugelassen.

Wo werden sie produziert?

Die Bretagne gilt als das größte Algenfeld Europas und verfügt über besondere Schutzgebiete und eine bemerkenswerte Wasserqualität, wodurch eine Bio-Zertifizierung der Algen möglich ist. Die zum Verzehr geeigneten bretonischen Algen werden zu Fuß am Meer, mit dem Boot auf See und in Algenkulturen geerntet. Die Hauptproduktionsgebiete befinden sich im Meeresschutzgebiet der Iroise-See sowie im offenen Meer im „goldenen Gürtel“ vom Léon und der Rosa-Granit-Küste. Im südlichen Finistère an der Küste vor Lesconil widmet sich Algolesko (GB) dem Anbau von Bio-Blatttang auf fast 150 ha in einem Natura-2000-Schutzgebiet. In Roscoff, der „Hauptstadt der Alge“, ist die Station biologique de Roscoff (GB) ein Forschungszentrum von internationalem Ruf für diese Meerespflanzen.

Wie werden sie geerntet?

Algen werden bei Ebbe von Hand an der Küste geerntet, vorzugsweise wenn sie noch im Meerwasser liegen. Die Ernte von Blatttang erfolgt per Boot. Diese sind mit sogenannten „Scoubidous“, mit einem Haken versehenen Förderschnecken, ausgestattet. Die Algenzucht ist heute weit genug verbreitet, um bestimmte Sorten anzubauen. Nach der Ernte werden die Algen gewaschen, um Rückstände von Sand und Schalentieren zu entfernen.

Alles über Algen

Werden Sie unschlagbar beim Thema Algen mit einem Besuch folgender Museen, in denen sich alles um dieses Thema dreht:

Zum Verzehr geeignete Algen erkennen

Man unterscheidet Algen nach ihrer Farbe. Bitte beachten Sie, dass Meerfenchel und Queller keine Algen, sondern Meerespflanzen sind.

Braunalgen

  • Riementang: wird wegen ihres langen und flachen Aussehens auch „Meeresspaghetti“ genannt und kann bis zu 4 Meter lang werden. Sie wird als Gemüse in Wasser gekocht oder gebraten gegessen.
  • Kombu: Blatttang mit fleischiger Konsistenz und rauchigem Geschmack. Wird zum Umhüllen von Fisch oder Fleisch verwendet.
  • Wakame: Seinem Aussehen verdankt er seinen Spitznamen „Seefarn“. Sein meeresfrisches Aroma wird roh im Salat oder in Suppen und warmen Gerichten geschätzt.

Rotalgen

  • Lappentang: Feine, durchscheinende Alge mit aromatischem Geschmack, passt sehr gut zu Muscheln und Schalentieren. Wird auch in Form von Flocken oder Chips angeboten.
  • Nori: Diese Alge, die wichtigste Zutat für Sushi, mit ihrem leicht rauchigen Geschmack wird auch als Tatar, Pesto, als Würze oder Chips verzehrt.

Grünalgen

  • Meersalat: Mit seinem sauerampferähnlichen Geschmack wird er gerne roh im Salat, in Smoothies, als Chips oder in Papier gegart verzehrt.

Blaualgen

  • Spirulina: Diese smaragdblauen Mikroalgen haben unglaubliche Eigenschaften, um das Immunsystem zu stärken und Mangelerscheinungen auszugleichen. Sie enthalten dreimal so viel Eiweiß wie Fleisch. Sie sind heute sowohl in der Küche wie auch als Nahrungsergänzung oder als kosmetischer Inhaltsstoff bekannt. Die Bretagne weist eine wachsende Zahl spezialisierter Erzeuger auf: Spiru’Breizh (FR) am Golf von Morbihan, Dana Spirulina (FR) an der Küste von Redon, Cyane (GB) in Plougastel-Daoulas und Spiruline de Bretagne (FR) in Douarnenez.

Wann werden sie genossen?

Die Ernte erfolgt hauptsächlich bei Springflut, wenn das Watt trocken fällt und einfacheren Zugang zu den Algen an der Küste bietet. Am Ende des Winters beginnt die Ernte von Kombu und Wakame. Im Frühling sind Nori, Meersalat, Lappentang und Meeresspaghetti an der Reihe. Die Ernte wird im Sommer unterbrochen, um im Herbst wieder mit Nori, Lappentang und Meersalat zu beginnen.

 

Wie werden sie genossen?

Als Gemüse gekocht, als Tatar und Confits auf Toast zum Aperitif, als Flocken über Gerichte gestreut oder in handwerklich hergestellten Konserven für ein Picknick: Überraschen Sie Ihren Gaumen mit Algen! Als Pulver können Algen auch Salz ersetzen. Als Geliermittel wie Agar-Agar ersetzen sie Gelatine.

Wo kann man sie kaufen?

In der Bretagne gibt es zahlreiche Erzeuger und Verarbeiter von Algen.

  • Algoplus Roscoff (FR) erntet und verarbeitet Algen. Das Unternehmen bietet Führungen, um den Beruf des Algenfischers zu entdecken und die Herstellungsschritte in der handwerklich arbeitenden Konservenfabrik kennenzulernen.
  • Bord à bord (FR), einer der ersten Betriebe, der zum Verzehr geeignete Algen in der Bretagne bekanntgemacht hat, hat sich in Roscoff auf Algen in Dosen als Würzmittel spezialisiert.
  • GlobeXplore (FR): Stellt in Rosporden seit über 30 Jahren Rezepte auf Basis von zum Verzehr geeigneten Algen und insbesondere seine Perles de Saveurs®, kleine Gelkugeln mit flüssigem Kern auf Basis von Algen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, her.
  • Marinoë (FR), Erzeuger und Verarbeiter von Bio-Algen und -Spirulina in Lesconil.
  • Aber auch Alg’Emeraude (FR) in Saint-Lunaire, Biocean (FR) in Roscoff, Ocealg (FR)in Edern, Algomanne (FR) in Portsall, Alguerie (FR) in Le Guilvinec, L’île aux algues (FR) und Algues Armorique (FR) in Côtes d’Armor.

Gute Adressen, um Algen zu probieren

  • Im Hôtel de la Mer (FR) in Brignogan ist man verrückt nach Algen! Während Ihres Aufenthalts hier begegnen sie Ihnen überall, vom Spaziergang an der Küste bis zur Karte von Küchenchef Mickaël Renard und seinen Algen-Kochkursen, nicht zu vergessen die Algenbehandlungen, die Sie im Spa entdecken können.
  • Im Restaurant Royal Barrière in La Baule (GB) können Sie die „Algenküche“ von Küchenchef Mikaël Amisse entdecken.
  • Im Château Richeux (FR) verfeinert Hugo Roellinger seine meeresfrische Küche mit den Epices océanes d’Olivier Roellinger (FR), einem Gewürz- und Algenpulver-Sortiment.
  • Julien Lemarié ist von der japanischen Küche inspiriert und bereitet frische Algen in seinem Restaurant Ima (FR) in Rennes zu.

Und als Getränk?

Algen finden sich nicht nur in zahlreichen Nahrungsmitteln wie Nudeln, Keksen oder auch Wurstwaren, sie veredeln auch Getränke. Die Algentees von Tonnerre de Brest und Kräuterteezubereitungen von Thalgo (FR) und Thalion (FR) sind in mehreren überraschenden Geschmacksrichtungen erhältlich. Bierfreunde kommen mit La Ouessane (FR) (Wakame-Bier), La Grenouillette (FR) (Lappentang und Kombu) und dem bernsteinfarbenen Bio-Bier Tonnerre de Brest auf ihre Kosten.



Unbegrenzte Möglichkeiten auf Basis von Algen

Die fantastischen Eigenschaften von Algen bietet Tag für Tag neue Ideen für die kreativen Köpfe der Bretagne. Wiederverwendbare Trinkbecher von BeAlgue (FR), ökologische Farben von Algo (FR), ethische Bekleidung von Mayway (FR) oder Strandspielzeug von Coq en Pâte werden aus bretonischen Algen hergestellt.

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