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„Moules de bouchot“ ‑ Zuchtmuscheln von den MuschelbänkenDAS Sommermenü im Westen!

„Moules de bouchot“ ‑ Zuchtmuscheln von den Muschelbänken

Muscheln mit Pommes frites und Blick auf das Meer genießen, ist in der Bretagne der ultimative sommerliche Genuss zu den Mahlzeiten! Dieses Urlaubsgericht par excellence passt sich jedem Appetit an. Auch Kinder freuen sich, denn es wird mit den Fingern gegessen. Ein Vergnügen wie in Kindertagen, das nach Sommerferien duftet.

Wie erkennt man sie?

Diese kleinen Weichtiere sind an ihrer bläulich-schwarzen Schale und ihrem orange-gelben Fleisch zu erkennen. Muscheln sind kalorienarm, jodreich und ideal, um sich mit Eiweiß, Kalzium und Eisen zu versorgen. Man unterscheidet Zuchtmuscheln von den Muschelbänken, wilde Muscheln, an Seilen kultivierte Muscheln, gefischte Muscheln und Muscheln aus dem offenen Meer.

Wo werden sie produziert?

In der Bretagne befinden sich die Hauptzuchtgebiete vor allem im bretonischen Teil der Bucht des Mont Saint-Michel, in der Bucht von Saint-Brieuc, der Bucht von Brest und in der Vilaine-Mündung rund um Pénestin.

 

Wann genießt man sie?

Die Muschelsaison dauert von Juli bis Januar. Die Muschelzucht macht die Bretagne nach der Normandie zur zweitwichtigsten Erzeugerregion.

Wie werden sie gezüchtet?

Muschelzüchter fangen Muschellarven auf natürliche Weise an Seilen aus natürlichen und biologisch abbaubaren Fasern. Sie werden dann um Holzpfähle, auch Bouchots genannt, gewickelt. Die Muscheln sind für Krabben und andere Raubtiere unzugänglich. Jeder Bouchot kann bis zu 80 kg Muscheln aufnehmen. Die Schale der Zuchtmuscheln hat eine Dicke von mindestens 12 mm und ist höchstens 8 cm lang. Die Muschel enthält weder Sand noch Parasiten.

Gute Adressen für Muschelrestaurants

Le Petit Bouchot in Fréhel ist ein Bistro-Restaurant, das eine Küche auf Basis frischer, lokaler Produkte bietet. Mit Beginn ihrer Saison werden Muscheln zum Aushängeschild des Lokals! Das kleine Plus: Muscheln mit Roquefort und eine sonnige Terrasse, nicht weit vom Cap Fréhel!

• Le Café de l’Ouest in Saint-Malo mit dem Flair einer maritimen Brasserie mitten im Zentrum, Kellnern in Uniform (rote Hosenträger sind Pflicht!) und hochwertigen, stets frischen Produkten. Das Plus: ein Gruß aus der Küche wie Fisch-Rillette, nachdem Sie sich an den Tisch gesetzt haben, Leihsonnenhüte für Gäste, die die Sonne fürchten, und sorgfältig ausgewählte Qualitätsprodukte (zum Beispiel halbsalzige Butter von Bordier).

• Für das La Marinière, das einzige Restaurant am Boulevard de la Mer in Saint-Cast-le-Guildo, vor dem großen Strand, ist es Ehrensache, in der Saison mit lokalen Erzeugern zusammenzuarbeiten.

• Das Au P’tit Bouchot in Pénestin bietet eine Karte mit Fisch und Meeresfrüchten. Hier können Sie lokale Muscheln am Hafen von Tréhiguier probieren.

• Ein Muss in Brest ist das Tour du Monde, das Restaurant von Olivier de Kersauzon, der Ihnen „Moules de bouchot de l’Iroise“® in entspanntem Ambiente mit Panoramaterrasse oberhalb des Yachthafens serviert.

Höhepunkte rund um die Muschel

  • Fête des moules – Cancale, Anfang August
  • La fête de la Moule – Pénestin, Anfang August
  • Folies en baie, Zuchtmuschelfest in der Bucht von Saint-Brieuc – Hillion, Anfang August
  • Les Mouclades d’Automne – Pénestin, Oktober

Bei den Erzeugern

Zuchtmuscheln aus der Bucht des Mont Saint-Michel

Dies ist die einzige geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) für Meeresfrüchte, die seit 2011 vergeben wurde. Die Produktion mit etwa vierzig Muschelzüchtern erstreckt sich in der Bucht des Mont Saint-Michel über 248 Kilometer. Die Muscheln erkennt man am AOP-Logo und ihrem Kontrolletikett.

Besichtigungen und Verkostungen

  • Im Maison de la Baie können Sie die Zuchtmuschelproduktionsstätten besichtigen. An Bord des „Mytili-mobile“ entdecken Sie alle Geheimnisse der Muschelzucht in der Bucht des Mont Saint-Michel und die Arbeit der Muschelzüchter.
  • Die „Moule Morisseau“® gehört seit 20 Jahren zu den Erzeugnissen der Muschelproduktion in der Bucht des Mont Saint-Michel, an denen man nicht vorbeikommt. Man findet sie auf den Karten der berühmtesten Restaurants und bei französischen Spitzenköchen
  • La Dégustation Tonneau in Vivier-sur-Mer ist der ideale Ort, um Zuchtmuscheln mit Herkunftsbezeichnung aus der Bucht des Mont Saint-Michel und Austern aus Cancale mit Blick auf die Bucht zu genießen

Zuchtmuscheln aus Pénestin

Die Muschel „La Pénestin“ ist mit dem „Label Rouge“ ausgezeichnet, das das traditionelle Know-how ihrer Erzeuger garantiert. Diese Zuchtmuschel aus der südlichen Bretagne wird von etwa 30 Erzeugern rund um die Vilaine-Mündung produziert. Dank dieser Zuchtmuschel und der Confrérie des Bouchoteurs (Bruderschaft der Muschelzüchter) ist Pénestin zum „Site Remarquable du Goût“ (bemerkenswerter Ort des Geschmacks) erklärt worden.

Besichtigungen und Verkostungen :

  • Im alten Leuchtturm des Hafens von Tréhiguier weiht Sie das Maison de la Mytiliculture (Muschelzuchtmuseum) in die Geheimnisse der Muschelzucht an der Vilaine-Mündung ein.
  • Das Muschelunternehmen Breizh coquillages bietet Betriebsbesichtigungen sowie Verkostungen an.

Zuchtmuscheln aus der Bucht von Brest

In Plougastel-Daoulas produziert Nicolas Le Moal seit 2006 die „Moules de bouchot de l’Iroise®“ an über 20 000 Pfählen in der Bucht von Brest, die von Keraliou vertrieben werden. Sie sind für ihren Geschmack und ihre Größe bekannt und werden von August bis Dezember genossen.

Zuchtmuscheln aus der Bucht von Saint-Brieuc

Etwa 20 Muschelzüchter sind mit fast 200000 Pfählen in der Bucht von Saint-Brieuc, gegenüber der Halbinsel Hillion, tätig.

Besichtigungen und Verkostungen :

  • In Hillion können Sie den Muschelzuchtbetrieb von Jean-Marie Hurtaud besuchen, der Ihnen den Werdegang der Muschel vom Pfahl bis auf den Teller beschreibt. Der Koch Gilles Jamme, Wirt des Cascade in Hillion, bereitet für jede Besichtigung eine Verkostung zu, die den Geschmack dieses Schalentiers in den Mittelpunkt stellt.
  • An der Slipanlage von Jospinet können Sie im Panier iodée direkt beim Erzeuger in die Geheimnisse der Bucht von Saint-Brieuc und ihrer Muschelzucht eintauchen. Ein Laden und ein Verkostungsbereich laden Sie ein, die Muscheln, aber auch andere Schalentiere vor Ort zu genießen.
  • Im Muschelzuchtgebiet Bon Abri in Hillion bietet La Cabane de Mytilus im Sommer täglich mittags und abends eine Verkostung von Muscheln direkt aus der Bucht von Saint-Brieuc mit Pommes frites.

Wie werden sie zubereitet?

Nach Seemannsart mit Weißwein und Zwiebeln, von der Grillplatte, gefüllt, kalt, in pikanter spanischer Marinade, jeder kann die Stars des Sommers ganz nach Geschmack genießen. Rechnen Sie mit ca. 500 g pro Person als Hauptgang. Suchen Sie an den Ständen nach fest geschlossenen Muscheln oder solchen, die auf Fingerdruck reagieren. Eine Reinigung ist erforderlich, um insbesondere den Byssus (Haftfäden der Muschel) und die kleinen Schalentiere, die sich auf ihren Schalen angesiedelt haben, zu entfernen. Sie können auch fertig gesäubert gekauft werden und werden dann mit dem Zusatz „PAC“ (kochfertig) angeboten. Für die Version nach Seemannsart gibt man sie mit einer Zwiebel, Petersilie und Weißwein in einen Topf mit kochendem Wasser. Die Muscheln öffnen sich nach nur 5 Minuten, dann muss man sie nur noch mit den Fingern oder mithilfe einer Muschelschale genießen!

Tipp

Um sicher zu sein, dass die Muscheln frisch sind, kann man sie 10 Minuten lang in Wasser geben. Muscheln, die an die Oberfläche aufsteigen, dürfen nicht verzehrt werden.

Wie werden sie gelagert?

Rohe Muscheln können 48 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Bereits gegarte Muscheln können am nächsten Tag in Form von Tapas serviert werden.

Wussten Sie schon?

Wie sind die „Moules de bouchot“ entstanden?

Diese Art der Zucht soll auf den Iren Patrick Walton zurückgehen, der 1235 feststellte, dass im Meer aufgestellte Pfähle spontan von Muscheln bedeckt wurden. Die mithilfe von Weidengeflecht verbundenen Pfähle bildeten dann einen Holzzaun, den er als „Bout“ und „Choat“ bezeichnete. Die Bouchots verdanken ihren Namen dieser Erfindung.

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