© Gwenael Saliou
Cidre und Apfelsaft aus der Bretagne Der Apfel in allen seinen Formen

Cidre und Apfelsaft aus der Bretagne

Was wäre die Bretagne ohne den Apfel, ihre Symbolfrucht? In dieser Gegend werden über 600 Apfelsorten gezählt, darunter einige sehr alte. Handwerklich produzierter bretonischer Cidre, dessen Herstellungsverfahren uralt ist, ist das typischste Getränk der Region. Reich an Antioxidantien, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien zeichnet er sich durch seinen säuerlich-fruchtigen Geschmack und seine Farbe aus, die von hellgelb bis ins Rötliche reicht. Die Herstellungstechnik und das Talent seiner Erzeuger können in zahlreichen Cidrerien und Erlebnismuseen entdeckt werden.

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ALLES WISSENSWERTE ÜBER BRETONISCHEN CIDRE

Wie wird Cidre hergestellt?

Die Ernte von Cidre-Äpfeln (nicht zu verwechseln mit Tafeläpfeln) erfolgt in den Obstplantagen von September bis zu den ersten Frösten im November. Die Früchte werden dann sortiert, gewaschen und zerkleinert. Der nächste Schritt ist zweifellos entscheidend bei der Herstellung: Bei der Pressung werden die entstandene Apfelmasse und Tuch (ehemals Stroh) ähnlich wie Blätterteig in der Presse übereinandergeschichtet. Wenn die Schrauben der Presse angezogen werden, wird der kostbare Saft in Fässern aufgefangen, in denen die Fermentation beginnen kann, bei der Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Das so entstandene Getränk ist von Natur aus moussierend und wird in Flaschen abgefüllt, bevor es einige Monate im Keller lagert.

Die verschiedenen Cidresorten

Ein Cidre wird nach drei Kriterien bewertet: der Säure, den Tanninen und dem Zuckergehalt (je höher der Zuckergehalt, desto weniger Alkohol enthält der Cidre). Süßer Cidre (Cidre doux) mit weniger als 3 Vol.-% Alkohol, der als Begleitung von Crêpes oder Desserts verwendet wird, entwickelt ein sehr fruchtiges Aroma. Halbtrockener Cidre (Cidre demi-sec) enthält zwischen 3 und 5 Vol.-% Alkohol, während der leicht bitterere und moussierendere trockene oder herbe Cidre (sec oder brut, mehr als 4 Vol.-% Alkohol) im Allgemeinen jener ist, der Buchweizengalettes begleitet. Es gibt noch andere Begriffe für Cidre: ein traditioneller oder Cidre nach Bauernart (Cidre traditionnel oder fermier) wird nach überlieferten Techniken hergestellt. Der Zusatz bouché (verkorkt) wiederum bezieht sich auf die Aufmachung: Er ist abgefüllt in Champagnerflaschen (champenoises), die mit einem Naturkorken und einer Muselet verschlossen werden.

Warum heißt es bolée de cidre?

In den ländlichen Gebieten der Bretagne wurde das Geschirr einst in erster Linie aus gebranntem Ton gefertigt. So trank man Cidre und andere Getränke aus diesen berühmten kleinen, umgangssprachlich als Bolée bezeichneten Schalen.

Wo wird Cidre hergestellt?

Erzeuger von Apfelsaft und Cidre gibt, zählen Dol-de-Bretagne, die Gebiete rund um Rennes und Vitré, das Tal der Rance und die Region von Vannes zu den bekanntesten. Die Cidre-Straße in der Cornouaille führt Besucher durch die Heimat des Cidre mit der Herkunftsbezeichnung AOP Cornouaille und bietet die Möglichkeit, Obstplantagen zu besuchen, Erzeuger zu treffen und deren Produkte zu probieren. Dabei kann man gleich zwei weitere typische Getränke kennenlernen: den Pommeau de Bretagne AOC und den Apfelbrand.

Einzigartige bretonische Cidres

Von der Wahl der Apfelsorten bis hin zu den verschiedenen Produktionsschritten des Cidre zeigt sich das Know-how der Cidre-Hersteller. Ebenso wie beim Wein gibt es auch besonders auserlesenen Cidre.

  • Der Cidre de Cornouaille AOP
    1996 erhielt der Cidre aus der Cornouaille als erstes Produkt der Bretagne die Herkunftsbezeichnung Appellation d’Origine Protégée (AOP). Dieser Cidre stammt aus einem Gebiet von 38 Gemeinden rund um Quimper, die Kriterien wie Sonneneinstrahlung, Niederschlag oder auch Höhenlage entsprechen und profitiert von dem traditionellen Know-how von 28 Erzeugern. Der Cidre de Cournaille ist ein goldgelber halbtrockener, leicht bitterer Cidre aus 100 % reinem Saft mit besonders feiner Perlage.
  • Der Royal Guillevic, der einzige mit dem Label Rouge de France ausgezeichnete Cidre
    Vor den Toren der Halbinsel Rhuys erzeugt die 1928 gegründete Cidrerie Nicol einen Cidre, der in den besten Restaurants serviert wird. Der Cidre, der bei Feinschmeckern aufgrund seiner Raffinesse als „bretonischer Champagner“ gilt, wird aus einer einzigen Apfelsorte, dem Guillevic, hergestellt.
  • Die Cuvée Prestige Carpe Diem: der Cidre des Elysée-Palasts
    Die Cidrerie du Domaine de Kervéguen ist seit 1997 Lieferant des Elysée-Palasts mit ihrem Cidre Prestige Carpe Diem. Diese Spätapfel-Cuvée, die wie Strohwein oder Spätlese hergestellt wird, ist ein einzigartiger, in Eichenfässern gereifter traditioneller Cidre aus biologischer Landwirtschaft.

Wo kann man ihn probieren?

  • Le Comptoir Breizh Café in Saint-Malo : Die Crêperie und Cidre-Bar Le Comptoir Breizh Café in Saint-Malo bietet fast 60 Cidres aus der Bretagne, aber auch aus der ganzen Welt. Carine, die Cidre-Sommelière, empfiehlt Ihnen außerdem einzigartige Kombinationen von Speisen und Cidre.
  •  Le Sistrot in Quimper : Das Le Sistrot ist ein Muss für Cidre-Liebhaber in Quimper. Zahlreiche große Cidres gibt es hier zu entdecken, darunter der Eis-Cidre und der Feuer-Cidre aus Québec, wo die Gründer des Lokals mehrere Jahre verbracht haben.

Cidrerien, die für Besichtigungen geöffnet sind

Côte de Granit Rose

Quimper Cornouaille

  • Cidrerie Paul Coic
    4 Medaillen beim Concours Général Agricole 2018
  • Cidrerie Kerné
    seit 1947, Besichtigungen und Veranstaltungsprogramm in der Cidrerie
    Goldmedaillen für ihren Cidre doux und Cidre brut beim Concours Général Agricole 2018

 

Alkoholmissbrauch schadet der Gesundheit. Genießen Sie maßvoll.

Bucht von Saint-Brieuc

  • Cidrerie de la Baie
    Bio-Landbau seit 2000
    Besichtigungen und Verkostungen auf dem Lehrbauernhof und Imbiss auf dem Bauernhof

Südliche Bretagne – Golf von Morbihan

Bio-Produktion, ausgezeichnet beim Concours Général Agricole 2018

 

Wussten Sie schon?

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Les Mordus de la Pomme ist ein Verband, der die zahlreichen regionalen alten Sorten erfasst, den Wiederanbau von Obstplantagen fördert und alljährlich am ersten Wochenende im November das Apfelfest in Quévert organisiert.

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Offizielle Website des Tourismusverbands der Bretagne
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