Urlaub mit Kindern ‑ 10 Tage in der Bretagnevon minneandme
Ideen für Ihre Reiseroute

Urlaub mit Kindern ‑ 10 Tage in der Bretagne

Als bei Tessa, Basti und ihren Jungs Minne und Mauser an einem Montagmorgen um 06.00 Uhr der Wecker klingelt, ist ausnahmsweise die ganze Familie schon vorher wach. Denn es geht in die Bretagne und die Aufregung steht Minne und Mauser ins vom strubbeligen Haar umrahmte Morgengesicht geschrieben. Hier erzählt Tessa vom Blög minneandme selbst von ihrem Familienurlaub entlang der Südküste der Bretagne: von den langen weißen Stränden am Golfe du Morbihan bis zu den Delfinen und Leuchttürmen im Finistère – mit allen Tipps zum Nachreisen für Ihren nächsten Urlaub in Familie in der Bretagne.

Auf einen Blick

Schlag 7 krümeln Minne und Mauser mit ihren gepackten Reisebroten bereits voller Tatendrang die Rückbank voll. „Mama, sind wir jetzt bei der Bretanja?“, fragt Mauser, noch ehe wir überhaupt um die Ecke gebogen sind. Wir lachen und beschließen, ihn nicht zu korrigieren. Dieser Satz wird im Verlaufe der nächsten zwei Wochen noch diverse Male fallen, und in der Rückschau ist es nicht zuletzt genau das, was in mir ein wohliges Gefühl und herzliche Erinnerungen an unseren Sommerurlaub 2020 auslöst.

Unsere Rundreise durch die Bretagne führt vom Golfe du Morbihan über Carnac und Quiberon in ihr Ferienhäuschen nach Pont L’Abbé. Von dort erkunden sie und ihre Kids die Strände im Süden, die besten Spots zum Surfen an der Westküste und den Meeres-Naturpark Iroise ganz im Norden der Bretagne.

Bonjour la Bretagne!

Als wir nachmittags in Vannes ankommen, ist es deutlich wärmer als angenommen – und in unserer Appartementwohnung fühlen wir uns viel schneller wohl als gedacht: Zwei Schlafzimmer, ein Wohn-, Koch- und Essbereich, die Toilette separiert vom Bad und eine äußerst großzügige Dachterrasse mit Blick auf den See des Hauses werden uns für die nächsten Tage eine heimelige Übernachtungsmöglichkeit bieten.

Wir decken uns auf dem Markt mit allerlei Köstlichem ein und genießen das Abendessen unter der sich senkenden Sonne.

Die Jungs pennen an diesem Abend erst gegen 23 Uhr; beim nächsten Mal verzichte ich besser darauf, ihnen von der anstehenden Kajaktour durch den Golf von Morbihan zu erzählen.

  • Von der Ferienwohnung sind es 5 Minuten mit dem Auto bis ins Stadtzentrum von Vannes. Parkplätze gibt es am Hafen (Parking du Port). Hafen? Ja, Vannes liegt direkt am Golf von Morbihan (frz.), der durch ein schmales Nadelöhr mit dem weiten Atlantik verbunden ist. Bunte, windschiefe Fachwerkhäuser in schmalen Pflastergassen, das Schloss und der Jachthafen laden zum Bummeln ein.
  • In der Innenstadt von Vannes reiht sich eine süße Boutique an die nächste. Außerdem gibt es rund um den Golf von Morbihan jeden Tag mehrere Märkte, wie z.B. in Saint-Avé, einem Vorort von Vannes und nur 10 Autominuten von der Ferienwohnung entfernt.
  • Unser Restaurant-Tipp für Veganerinnen und Veganer: Das „Lecocq & Folks“ in der Rue Vincent Nr. 5.

Kajaktour olé!

Ich stelle fest: Der Golf von Morbihan ist sehr romantisch.

Von Vannes aus fährt man circa eine halbe Stunde bis Arradon, einem Dörfchen am „kleinen Meer“ und als wir ankommen, stehen am Kajakclub Amor Evasion die beiden Doppelkajaks schon bereit.

Die Sonne strahlt uns in die Gesichter, das Wasser ist klar und azurblau, die Luft rein wie frisch gefallener Schnee und dutzende kleine Inseln säumen unseren Weg. „Mama, es ist so schön bei der Bretanja!“, strahlt Mauser, als wir auf eine von ihnen zusteuern und eine Rast machen. Lauter kleine Vögelchen und anderes Getier – aber keine Menschen weit und breit.

Mauser schmeißt Steine ins Wasser, Minne klettert auf die Bäume und ich erahne, dass wir mit diesem Urlaub die richtige Wahl getroffen haben. Ja, doch, es ist wirklich verdammt schön bei der Bretanja.

Nach der Kajaktour ist ein Ausflug auf die Halbinsel Rhuys perfekt, die den Golf von Morbihan im Süden zum Atlantik hin abgrenzt. Unser Tipp für die Mittagspause: die Crêperie Demi-Sel in Sarzeau. Direkt daneben: das Schloss Suscinio, die Sommerresidenz der bretonischen Herzogsfamilie. Perfekt zum Baden sind die Strände in Arradon im Ortsteil Port Navalo. Hier sind Sie auch direkt am Nadelöhr, das den Golf mit dem Atlantik verbindet.

Ab auf die Insel!

Heute fahren wir von unserer Ferienwohnung zum Hafen Port-Blanc in Baden und von dort aus mit der Fähre (alle halbe Stunde, die Überfahrt dauert 10 Minuten) weiter zur Insel „Ile aux Moines“, die wiederum eine von 42 (kleinen) Inseln im Golf von Morbihan ist. Die Ile aux Moines muss straight einem Märchenbuch entspringen. Und dass dort wirklich Menschen wohnen, ist schon ein bisschen erstaunlich.

Wir mieten uns bei einem der vielen Fahrradverleihe direkt an der Anlegestelle Räder und  erkunden mit Schwung die Insel: Bergauf und bergab, vorbei an Mimosen, Kamelien, Palmen und Kiefernwäldern, vorbei an liebevoll rausgeputzten Häuschen, an strahlenden Einheimischen und lachenden Fremden – und irgendwann natürlich auch hin zu wunderschönen Fleckchen Sandstrand. Insgesamt vier unaufgeregte Radwege gibt es auf der Insel, und wenn man zur Landspitze „Pointe du Nioul“ runterfährt, wird man mit einem traumhaften Blick auf die Insel Rhuys belohnt.

Zu groß für die Hosentasche

Der beste Tag für einen Segeltörn in Carnac ist heute. Denn ein Segeltörn ist immer eine gute Idee. Davor allerdings sehen wir uns – weil wir ja auch ein bisschen echte Touristen sein wollten – die „Maison des Mégalithes“, das Haus der Megalithen an. Und spazieren viel länger durch das Hinkelsteinfeld, als wir vorhatten. Schade, dass diese Steine zu groß sind, um sie in die Hosentasche zu stecken, findet Minne. Ich hingegen bin mit dem Anblick dieser unzähligen Steine und der Frage, woher diese wohl kommen mögen und wer sie dort platziert hat, anderweitig beschäftigt.

Am Nachmittag geht es weiter zum Wassersportzentrum in Carnac. Während der zweistündigen Segeltour auf einem Trimaran entlang der Südküste der Bretagne schläft Mauser zwar ein – aber Minne hat den vermutlich unbeschwertesten Nachmittag seit März.

  • Mit 2.792 Menhiren steht in Carnac das größte Hinkelsteinfeld der Welt. Um das Feld zu schützen, sind Besichtigungen nur im Rahmen einer Führung erlaubt, die es aber auch in deutscher Sprache gibt. Im Besucherzentrum direkt daneben wird außerdem ein kurzer Film über die Geschichte der Steine gezeigt – ebenfalls auch in Deutsch.
  • Unser Tipp fürs Mittagessen: La Sultana direkt am Strand

Schnorcheln und freuen

Heute ziehen wir weiter in den südwestlichen Zipfel der Bretagne in unser Ferienhaus nach Pont L’Abbé. Davon bekommt Minne allerdings nur die Hälfte mit, denn zuvor geht er auf Schnorchelkurs mit Yoann.

Yoann betreibt am Strand von Carnac eine kleine, unscheinbare Bude, in der man diverse Aktivitäten zu Wasser buchen kann. Und hätte man ahnen können, welche Lebensfreude sich hinter eben dieser kleinen Bude verbirgt – nicht zuletzt wegen dieses unwahrscheinlichen Charismaten – wir hätten sicher den gesamten Urlaub dort verbracht. Minne und mein Mann gehen also auf morgendliche Waterglide-Tour, während Mauser und ich den feinen Sand durch unsere Finger rieseln lassen und einen unwahrscheinlich friedlichen Morgen genießen.

Dann geht’s weiter in unser Ferienhaus, das wir Euch unten auf dieser Seite vorstellen. Den Nachmittag verbringen wir hier – müde und happy zugleich: Die Jungs lesen und spielen, mein Mann und ich quatschen und lachen.

  • Sports Nature mit Yoann Cadel: Am Boulevard de la Plage in Carnac könnt Ihr bei Yoann für 12€ pro Person so ziemlich alles buchen, was man auf dem Wasser machen kann: Watergliding, Aquajogging, Kajaken oder Kinderschwimmen,
  • Halbinsel Quiberon: Direkt südlich von Carnac und perfekt, um sich auf einem wunderschönen, ewigen Sandstrand die Seele aus der Brust zu rennen.
  • Für einen Snack zwischendurch ist das Restaurant L’Annexe perfekt. Pizza und Pasta am Strand lassen nicht nur Kinderherzen höherschlagen. Auf Wunsch (und mit Vorbestellung) liefert der vegane Caterer Chez Vincent Cailloce in Auray auch ein veganes Menü ins Annexe.

Minne macht die Welle

Wenn man sich vom Ferienhaus in Pont L’Abbé aus für circa dreißig Minuten ins Auto setzt, dann landet man mit etwas Glück bei der Surfschule 29HOOD an der Landspitze „Pointe de la Torche“ in der Gemeinde Penmarc’h. Dort zumindest landen wir an jenem Morgen. Wir haben tonnenweise Sonnencreme, Badesachen und Handtücher mitgenommen, und Minne und mein Mann stellen sich zusammen mit ihrem Surflehrer Thomas schwungvoll aufs Board – und Minne reitet tatsächlich die erste Welle seines Lebens in traumhafter Umgebung.

Mauser und ich verbringen den Tag derweil in Sichtweite, bauen aus dem feinen, weißen Sand kleine Kunstwerke, essen Müsliriegel, trinken Softgetränke ohne Eis und finden Leben schon echt ganz schön gut.

Karibik-Feeling in der Bretagne

Inspiriert vom wunderschönen weißen Sandstrand gestern, beschließen wir, heute eine Überfahrt zu den Glénan-Inseln zu buchen. Die Hauptinsel Saint-Nicolas lässt sich in 15 Minuten einmal zu Fuß umrunden – und es soll dort ähnlich schön sein wie auf den Malediven; eine karibische Landschaft mit nicht mehr als 2 Restaurants.
Wir parken unser Auto also am Hafen von Bénodet und setzen eine Stunde lang mit der Fähre über. Azurblaues Wasser, feinster Sand zwischen den Zehen und ein strahlend blauer Himmel erwarten uns. Wir buchen eine kleine, kommentierte Rundfahrt durch den Archipel und verbringen den Rest des Tages damit, ins Wasser zu springen, Sandburgen zu bauen und die Seele baumeln zu lassen. Eine große Portion Pommes für jeden macht diesen Tag perfekt.

Die großen Jungs machen am Abend noch einen kurzen Abstecher zum Leuchtturm von Eckmühl in Penmarc’h, um den Sonnenuntergang zu genießen. Nicht totzukriegen, die beiden.

Die Bretagne ohne Crêpes

… das wäre wie Aronal ohne Elmex, wie Bonnie ohne Clyde, wie Vanilleeis ohne heiße Kirschen. Und deshalb buchen wir in Bénodet bei Véro direkt einen ganzen Crêpes-Kurs und lauern am Vormittag schon in Schürzen vor dem Eingang und warten auf Einlass. Crêpes sind tatsächlich eine Wissenschaft für sich, aber mein Mann lernt schnell, Minne kleckert viel, ich esse gerne und Mauser freut sich am Ende noch über ein echtes Teilnahme-Zertifikat.

Pappsatt fahren wir zum Baden an den Strand von Beg-Mail, einen Ortsteil von Bénodet. Wir schwimmen und baggern an einer versteckten Sandbucht und fahren erst am späten Nachmittag wieder zurück ins Häuschen

Im Crêpe-Atelier Véro in Bénodet findet man eine kleine Dame (mit Namen Véro, Überraschung!) mit fröhlichen Augen (und sogar minimalen Deutschkenntnissen), die eben die Crêpe-Kurse sogar in der veganen Variante anbietet. (Ein Umstand, der so weit verbreitet in Frankreich noch nicht ist).

Die Delfine sind los! (Und die Robben auch.)

Wir sind schon früh wach, denn wir fahren hoch an die Nordwestküste der Bretagne. Schlag 8 sitzen wir mit einer halbvollen Müslischüssel im Auto und sausen im Eiltempo knappe 2 Stunden nach Le Conquet.

Und dann geht es mit dem Zodiac auch schon Richtung Meeres-Naturpark Iroise, vorbei an den Klippen der Landspitze Saint-Mathieu, vorbei an einem riesigen alten Leuchtturm und der alten Aber und wenige Minuten später auch vorbei an Delfinen und Kegelrobben, die ein wunderschönes Naturschauspiel zum Besten geben. Ich ertappe mich dabei, wie selbst ich (die da eigentlich nur schwer zu beeindrucken ist) immer wieder in ungläubige (aber lautstärketechnisch natürlich der Umgebung angepasste) Begeisterungsstürme verfalle, so nah kommen die Tiere zu uns.

Also, wenn ich mir irgendeinen Punkt bei einem zweiten Aufenthalt in der Bretagne noch mal auf die Liste setzen dürfte, dann ohne Frage diesen.

Das Ehepaar Christel und Lucky Peron bietet die Ausflüge im Zodiac zu den Inseln und Leuchttürmen – allermeistens begleitet von Kegelrobben und Delfinen, die die beiden und das Boot gut kennen und deshalb häufig „vorbeischauen“ von Frühjahr bis Herbst ab Le Conquet an. Preis: 65 € für Erwachsene und 40 € für Kinder bis 12 Jahre.

Ausklingen lassen

Von unserem wunderschönen Ferienhäuschen in Pont L’Abbé fahren wir ein letztes Mal mit Strubbelfrisur und Frühstück auf dem Schoß los: Mein Mann wünschte sich zum Abschluss eine Radtour am Watt der Landspitze Mousterlin. Also packen wir uns ein Picknick ein, fahren nach Fouesnant zum Campingplatz Sunêlia L’Atlantique, leihen uns dort E-Bikes aus und genießen bei entsetzlich gutem Wetter einen wehmütigen, letzten Tag im Naturschutzgebiet. Vorbei am Meer, vorbei an Landspitzen, schneeweißen Stränden und Salzwiesen.

„Mama?“, fragt Mauser, als wir am Abend unserer Koffer packen.
„Ja?“, frage ich zurück.
„Besuchen wir bald wieder mal die Bretanja? Weil es ist wirklich schön bei der Bretanja, weißt Du?!“
Und – er hatte von Anfang an recht.

Auf dem Campingplatz Sunêlia L’Atlantique in Fouesnant könnt Ihr Euch Fahrräder und E-Bikes ausleihen und von dort aus zu verschiedenen Radtouren starten. Besonders familienfreundlich sind die 12 km lange Tour entlang der Dünen am „Weißen Meer“ und die 8 km lange Tour durch das Moor hinter den Dünen.

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  • Das beste Eis der Bretagne soll’s am Eingang in die Altstadt von Concarneau direkt rechts um die Ecke geben. Diesen Stopp haben wir zeitlich nicht mehr geschafft, aber den Tipp geben wir gern weiter.
  • Falls mal kein Badewetter ist: Auf den Spuren der Sardinen könnt Ihr in dem kleinen Hafenort Douarnenez spazieren. Die Stadt ist bekannt für ihren Häfen und die kunstvoll verzierten Konserven.

Unser Ferienhaus in Pont L'Abbé

Als wir am fünften Tag unserer Zeit in der Bretagne in unser Ferienhaus umziehen, wussten wir noch nicht: Das, was jetzt kommt, ist ohne Übertreibung eine der schönsten Unterkünfte, die die Bretagne zu bieten hat.

Dieses NOVASOL-Ferienhaus in Pont L’Abbé liegt ganz am Ende einer Stichstraße, die direkt zum Atlantik führt. Ihr ahnt: Dort hinten gibt es nichts mehr. Also, gar nichts. Außer dem Vermieter Mr. Thomas, ein sehr herzlicher, durch und durch unaufgeregter Vermieter, der von Zeit zu Zeit auf dem gleichen Grundstück in einem winzig-kleinen Häuschen nebenan wohnt. (Was gut ist, denn wenn man mal was ist – Ihr wisst es selbst.)

Nach der Einfahrt zum Grundstück fährt man einen etwa 400 Meter langen Weg entlang, bis man glaubt, jetzt sei man wirklich verloren. Und – da steht es. Weiß, groß, hell, neu und wunderschön. Aber das Allerbeste: Man ist dort wirklich allein.
Doch, ja, in etwa so stelle ich mir den Himmel vor. Denn drum herum befindet sich ebenfalls – nichts. Nichts, außer einer großen, privaten und sehr gepflegten Wiese, einem eigenen Zugang zum Meer, Bäume, Sträucher und gren-zen-lo-se Ruhe.

Dieses und viele weitere NOVASOL-Ferienhäuser in der Bretagne unter novasol.de/bretagne.

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